„Die Erziehung in der Familie ist wert-volle Arbeit für die Zukunft der Gesellschaft", heißt es in einer vom Erzbistum Freiburg verbreiteten Erklärung „Familiensonntag". Dieser speziell dem Thema Familie gewidmete Sonntag wird seit 1976 in jedem Jahr in allen Diözesen Deutschlands begangen. Er findet am 2. Sonntag im Jahreskreis, also am Sonntag nach dem Fest Taufe des Herrn, statt. Jeder Familiensonntag steht auch unter einem eigenen Motto. 2012 lautete dies: „Ehe und Familie – Liebe miteinander leben. Alle ziehen an einem Strang?“
Grundaufgabe der Familie
Die Erziehungsleistung sei eine Grundaufgabe der Familie betonte Zollitsch. Sie könne auch durch keinen Kindergarten und keine Schule ersetzt werden. Dort finde allenfalls eine Ergänzung statt. „Denn die Familie ist und bleibt die grundlegende Keimzelle der Gesellschaft.“ Daher müsse die Familie als „Schule der Humanität" geschützt und gestärkt werden. Politik und Gesellschaft müssten ein familienfreundliches Klima bieten und die „Rahmenbedingungen schaffen, unter denen die Familien ihre Aufgaben wahrnehmen können“.
„Kinder und Jugendliche brauchen vor allem ein verlässliches Netz tragender menschlicher Beziehung und von Werten geprägter Erziehung“, betonte Zollitsch, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist. Die Welt werde immer unübersichtlicher, da dürften Kinder und Jugendliche nicht sich selbst oder dem großen Einfluss der Medien überlassen werden: „Wir alle sind gefordert. Es geht ums Ganze. "
Gefahr des Armutsrisikos
Zollitsch beklagte auch das Armutsrisiko, das Kinder für manche Eltern nahezu darstellten. „Das ist im – nach wie vor – reichen Deutschland ein Skandal!“ Wenn man dem nicht entgegenwirke, werde der Gesellschaft ihre Grundlage entzogen. Die erste und wichtigste Botschaft der Familie an ein Kind laute: „Du bist willkommen!" – „Du bist geliebt!" Und: „Du wirst leben können!" In der Familie lernten die Kinder, was es bedeute, vor Gott und den Menschen Verantwortung zu übernehmen. Dies alles sei „ein unersetzlicher Beitrag zur menschlichen Entwicklung und damit für ein tragfähiges Wertefundament für Kinder."