Etwa 300 Teilnehmer folgten der Einladung ins Congress Center der Messe Essen. Ziel der Auftaktveranstaltung war es, eine gemeinsame Basis für die weiteren geplanten Bistumsforen zu schaffen. „Es kommt darauf an, wie wir in Zukunft eine lebendige Kirche unter veränderten Bedingungen sein können“, machte Bischof Franz-Josef Overbeck deutlich. Die Sehnsucht der Menschen nach Glauben sei jedenfalls ungebrochen.
Auf Augenhöhe
Zu Beginn der Veranstaltung sitzen die Teilnehmende in Stuhlkreisen und der Bischof ist bei Ihnen. Nicht- wie so oft – entrückt auf einem Podium. Ein Ruhrbischof zum Anfassen. Das ist es, was die Menschen in schweren Zeiten brauchen. Ein Ruhrbischof, der Nähe vermittelt. Dieses Zeichen will Overbeck setzen und begibt sich auf Augenhöhe mit den Gläubigen.
Revier der tausend Feuer
Im Revier der tausend Feuer nimmt Overbeck das Bild vom Feuer Jesu und des Evangeliums auf. Ein solches Feuer brenne in ganz vielen Menschen. „Wir brauchen heute ein Feuer, das brennt“, sagte Overbeck und will, dass die Gläubigen ihre Begeisterung zeigen. Um eine ganz neue Kirche zu sein, seien „neues Brennmaterial und frische Luft nötig. Sonst bleibe am Ende nur noch Asche übrig.
Gut vorbereitet
In zehn Veranstaltungen mit etwa 2.000 Teilnehmern hat sich der Diözesanrat bereits auf den Start des Dialogprozesses vorbereitet. Jetzt werden die Hoffnungen und Befürchtungen auf dem Weg zur Kirche von morgen erörtert und diskutiert. Über das „das Sprechen in Ehrlichkeit und Respekt“ freut sich der Bischof. „Vor allem ist eine Atmosphäre des Vertrauens deutlich spürbar gewesen.“ Ein Bild, das in der Zeit schmerzhafter Kirchenschließungen in letzter Zeit nicht immer im Vordergrund zu stehen schien.
Berührende Glaubenszeugnisse
„Berührend“ nennt Overbeck die Glaubenszeugnisse vieler Menschen. Jugendliche berichten davon, dass sie durch positive Erlebnisse in kirchlichen Gruppen und Verbänden, von der Erfahrung von Gemeinschaft und Vertrauen, geprägt wurden. „Kirche ist geil. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es keinen Gott gibt“, sagt ein Jugendlicher. Andere berichten von „harten Zeiten der inneren Kämpfe“. Eine wichtige Erfahrung sei, „dass der Glaube trägt“. Und über allem die Erkenntnis: „Warum reden wir nicht öfter so offen über unseren Glauben?“ Freude und Schmerz in der Kirche werden in vielen bunten Facetten geschildert. Auch Themen wie der Pflichtzölibat, der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und mit Homosexuellen kommen zur Sprache.
Gespräch und Begegnung
Gerade jetzt seien Gespräch und Begegnung innerhalb der Kirche von besonderer Bedeutung, betont der Ruhrbischof in der Pressekonferenz am Tag nach dem Forum. Auf dem weiteren Weg des Dialogprozesses im Ruhrbistum seien „klare Ziele, viel Geduld und auch christliche Hoffnung“ notwendig.