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Politik und Menschenrechte

Freiheit der Andersdenkenden

Wladimir Putin umschifft mit Wortakrobatik die Wahrheit. Das was der russische Präsident Meinungsfreiheit nennt stellt sich in Wirklichkeit als eine Beschränkung des Demonstrationsrechts dar.

Wie weit geht die Meinungsfreiheit unter Wladimir Putin? (Foto: dpa)
Wie weit geht die Meinungsfreiheit unter Wladimir Putin? (Foto: dpa)

Hätte er doch mal auf seine Genossin Rosa Luxemburg gehört. Die hat bereits nach der Oktoberrevolution zu Zeiten des Genossen Lenin vor allem Eines klargestellt: „Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für Mitglieder einer Partei – mögen sie noch so zahlreich sein – ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden.“ In Russland unter Putin scheint das allerdings nicht so wirklich zu funktionieren.

USA sind schuld


Protest gegen die Regierung? Unglaublich. Das kann ja nicht das Volk aus sich heraus so meinen. So oder ähnlich scheint Putin zu denken. Denn er beschuldigt, nach altbekannten und im Kalten Krieg bewährten Mustern zunächst einmal die USA. Ein Teil der Proteste sei auf das Signal von Hillary Clinton hin organisiert worden. Als Signal versteht Putin wohl die geäußerten Bedenken der US-Außenministerin in Hinblick auf die Korrektheit der durchgeführten Wahlen. „Völker hört die Signale“, wünscht Genosse Putin sich doch sonst, aber eben nicht die Signale der USA.

Meinungsfeiheitsbegrenzung


Putin glaubt vielleicht selbst daran, dass man von Meinungsfreiheit sprechen darf, wenn man Protest zulässt. Da mag er dem Grunde nach sogar Recht haben. Wenn man allerdings die Anzahl der Demonstranten polizeilich auf 300 beschränkt, obwohl bei facebook etwa 30.000 ihre Bereitschaft zur Teilnahme bekundet hatte, dann ist das eine massive Beschränkung der Meinungsfreiheit und kommt faktisch einem Demonstrationsverbot gleich. Wenn man im gleichen Satz dann noch betont, dass wenn sich die Demonstranten nicht an die gesetzlichen Vorgaben hielten, müssten die Rechtsschutzorgane mit „allen Mitteln“ das Gesetz durchsetzen.

Russischer Herbst

 
Die Vorgänge des Arabischen Frühlings müssten den Russischen Herrschern – anders mag man sie nicht nennen – zu denken geben. Vielleicht irrt aber nur der Autor dieses Standpunktes und in Wirklichkeit hat Gerhard Schröder Recht. Der damalige Kanzler der Bundesrepublik Deutschland berichtete dem geneigten Publikum im November 2004 in der Talkshow bei Reinhold Beckmann über den damals schon in seiner demokratischen Haltung nicht unumstrittenen Putin auf Beckmann Frage, ob Putin ein lupenreiner Demokrat sei: "Ich bin überzeugt, dass er das ist.“ Schröder zeigte sich damals überzeugt, dass Putin Russland „zu einer ordentlichen Demokratie machen will und machen wird“.
Gönnen wir Gerhard Schröder die Freiheit, so gedacht zu haben und vielleicht immer noch so zu denken. Weil: Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden. (hei)


Wie schätzen Sie die Lage in Russland ein. Wie steht es um die Menschenrechte im Putin-Staat? Diskutieren Sie mit uns auf liborius.de.




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Agnes Tappe

am Freitag, 9. Dezember 2011

Jetzt hat Putin es schon nötig, das verstaubte Vokabilar des kalten Krieges aus der Mottenkiste zu holen nach der
Devise "Haltet den Dieb". Mit welchen Worten hat denn H. Clinton oder sonstwer aus dem bedrohlichen Westen die Täter aufgestachelt, kritische Publizisten ermorden zu lassen?? Völker, höret die Signale! Und lest in der Bibel, wo da steht: "Wer Wind sät, der wird Sturm ernten."
Und Medwedew, der Freihalter des Chefsessels, halte sich stets fein geschlossen, denn auch der reiche
Chodorchowski war mal ein Freund Putins, bis er ihm nicht mehr nützen konnte. Und als er gar Kritik übte,
da landete er in Haft. Der Prozess war eine Farce. Also wird Medwedew fein schweigen..... ich meine feige,
denn mutig sind nur die Tausende, die sich von dem riesigen Staatsmacht-Aufgebot werden wieder nieder-
knüppeln lassen. Vielleicht rufen sie dann auch noch: Wir sind das Volk - und da müssen ihm die Ohren doch klingeln, oder???

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