Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Gerechter Lohn und Menschenwürde

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Kirche und Arbeitswelt

Gerechter Lohn und Menschenwürde

Die CDU will auf ihrem Parteitag eine Lohnuntergrenze beschließen. Das ist ganz im Sinne der Katholischen Soziallehre, sagt unser Standpunkt auf liborius.de.

Kassiererinnen gehören oft zu denjenigen, die geringe Löhne erhalten (Foto:dpa).
Kassiererinnen gehören oft zu denjenigen, die geringe Löhne erhalten (Foto:dpa).

Die katholische Soziallehre sieht den Menschen als personales Subjekt. Das ist er auch in der Arbeitswelt. Die Arbeit muss den Menschen dienen, nicht der Mensch der Arbeit. Das ist ein tragender Grundsatz christlicher Überzeugungen.

Christliche Werte

Die CDU als die Partei, die ja eigentlich schon durch ihren Namen auf christliche Werte verpflichtet  ist, hat lange mit sich gerungen. Neoliberale Überzeugungen, denen man im Koalitionsinteresse oft wie blind hinterher gerannt ist, sehen den Markt als großen Regulator aller Dinge. Doch auch der Markt wird durch die Menschen bestimmt. Und zwar sowohl auf der Angebotsseite mit den Produktionsbedingungen und auf der Nachfrageseite. Drückt man auf der Angebotsseite die Löhne, hat das auf der Nachfrageseite immer auch weniger Kaufkraft zur Folge. 

Gesetzlicher Mindestlohn

Katholische Sozialverbände haben deshalb schon lange die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes gefordert. Ein Mindestlohn, wie er in vielen Ländern bereits durch den Gesetzgeber festgelegt wird, ist ein Weg aus prekären Beschäftigungsverhältnissen. In ihnen wird der Mensch zum reinen Objekt der Arbeit. Er verliert seine Würde. Die Würde des Menschen, das hat die katholische Soziallehre und das haben die Päpste in ihren Enzykliken immer wieder betont, wird auch dadurch geprägt, was ein Mensch für seine Arbeit erhält. Klar ist dabei: Wenn der Lohn eines Vollerwerbstätigen nicht mehr dazu ausreicht, dass ein Mensch von ihm Leben kann, dann ist seiner Würde als Mensch in der Arbeitswelt verletzt.

Tarifpartner als Problemlöser?

Dies hat die C-Partei, in Abkehr von ihren bisherigen Positionen, nun auch für sich erkannt. Fraglich bleibt dabei, ob die Tarifparteien in der Lage sind, das Problem zu lösen.  Sollte das so nicht gehen, bleibt der Weg für einen gesetzlichen Mindestlohn offen. Hoffnung gibt diese politische Wende sicherlich den Menschen, die Löhne erhalten, die man getrost als ausbeuterisch bezeichnen kann. Allerdings muss auch die CDU erst einmal die Hürde des Parteitags und des eigenen Wirtschaftsflügels nehmen. Und dann ist da ja auch noch der Koalitionspartner. (hei)




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Neumann

am Montag, 7. November 2011

So "sozial-katholisch" die Forderung nach einem Mindestlohn auch klingen mag: Er kann zwei Realitäten nicht beheben, denn
1. entweder er liegt über dem Lohn auf dem Arbeitsmarkt, dann führt er zwangsläufig zur Erhöhung der Arbeitslosigkeit oder er liegt darunter, dann nützt er nichts
2. auch mit einem Mindestlohn in diskutierter Höhe (von etwa 7 - 9 Euro) kann man vielen deutschen Großstadt-Regionen, wie München, nicht ohne staatliche Unterstützungszahlungen leben.
Es ist Augenauswischerei zu behaupten JEDER sollte (= müsse) von seiner Arbeit leben können. Ohne staatliche Unterstützungszahlungen wird es für viele leistungsschwächer Arbeitnehmer nicht gehen. Das ist sicherlich menschenwürdiger und entspricht auch mehr der katholischen Soziallehre, als erhöhte Arbeitslosigkeit zu finanzieren.
Georg Neumann

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von Neumann

am Montag, 7. November 2011

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