Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Gleichberechtigte Teilhabe ist wichtig

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Montag, 21. Mai 2012 Hermann Joseph , Erenfrid
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Frauen und Kirche

Gleichberechtigte Teilhabe ist wichtig

Maria Flachsbarth ist die neue Prräsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB). Im Interview mit liborius.de verrät sie uns ihre Innensicht auf die Resonanz der Kirche in Frauenfragen.

Maria Flachsbarth (3. v. r.) ist die neue Präsidentin der KDFB. Hier nach der Wahl mit den übrigen Bundesvorstandmitgliedern des Verbandes (Foto: KDFB).
Maria Flachsbarth (3. v. r.) ist die neue Präsidentin der KDFB. Hier nach der Wahl mit den übrigen Bundesvorstandmitgliedern des Verbandes (Foto: KDFB).

Die Bundesdelegiertenversammlung des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) wählte am 16. Oktober einen neuen Bundesvorstand. Neue Präsidentin des 220.000 Mitglieder starken Frauenverbandes ist die Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth. Die  48-jährige Katholikin lebt mit ihrer Familie in Hannover, ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages und Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

liborius.de: Als Präsidentin eines Katholischen Frauenverbandes - wie empfindet man da die Resonanz auf die Anliegen der Frauen innerhalb der Kirche?

Flachsbarth: Positive Resonanz auf Forderungen nach einem partnerschaftlichen Miteinander von Frauen und Männern in der Kirche, für den Diakonat der Frau und für mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen ist auf verschiedene Weise vorhanden. In Verbänden und Gremien wie dem ZdK erfahren wir ebenso Zuspruch wie von Frauen vor Ort, die sich in der Kirche engagieren. Auch Bischöfe, wie z.B. Bischof Bode, Kardinal Lehmann, Erzbischof Woelki oder Weihbischof Jaschke denken öffentlich über den Diakonat der Frau oder über mehr Frauen in kirchlichen Leitungsaufgaben nach. Ihre Worte machen Frauen Mut. Es werden aber noch viele Gespräche mit Verantwortlichen in der Kirche über Anliegen von Frauen nötig sein.


liborius.de: Was sind die drängenden Fragen, für die Sie sich in Ihrer ersten Amtszeit einsetzen werden?

Flachsbarth: Fragen nach der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern in Gesell-schaft und Kirche sind weiterhin wichtig, z.B. die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege, Entgeltgleichheit und Frauen in Führungspositionen. Andere drängende Fragen betreffen energiepolitische Themen und Schöpfungsverantwortung. Mit allen Bereichen befasst sich der Frauenbund bereits intensiv. Gleiches gilt für das Thema „Frauen in der Kirche“.


liborius.de: Wie sehen Sie die Rolle der Frau in der Kirche im Wandel der Zeit: Vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, heute und vorausschauend in 30 Jahren?
 
Flachsbarth: Frauen gestalten heute kirchliches Leben viel stärker mit. Sie übernehmen Kommunion- und Firmvorbereitungen, sind Lektorinnen und Kommunionhelferinnen, organisieren Alten- und Krankenbesuche oder stehen Wortgottesdiensten vor. Die Zukunftsfähigkeit der Kirche wird wesentlich davon abhängen, wie sie Frauen mit ihren Fähigkeiten und Charismen ernst nimmt und an der Weiterentwicklung und Umsetzung von Ämtern, Aufgaben und Berufungen beteiligt. Wenn sich hier nichts ändert, wird es nicht nur aus demografischen Gründen kaum noch Frauen geben, die mit großem Engagement die Lebendigkeit unserer Kirche vor Ort ermöglichen.

liborius.de: Ist in Fragen der Ökumene der Zug nicht spätestens seit der Rede des Papstes in Erfurt bereits abgefahren?

Flachsbarth: Ökumene ist immer aktuell, denn sie wird an der Basis gelebt. Auch konfessionsverbindende Ehen halten dieses Thema wach. Verbände praktizieren Ökumene, wenn sich z.B. katholische und evangelische Frauenverbände gemeinsam gegen die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) einsetzen, bei Ökumenischen Kirchentagen zusammen arbeiten oder ökumenische Frauenpredigt-Wettbewerbe ausrufen. Nur wenn beide Kirchen gemeinsam agieren, sind sie auch in Zukunft eine wichtige Stimme, die in Gesellschaft und Politik ernst genommen wird. Das Jahr 2017, in dem sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal jährt, wird ein weiterer Meilenstein auf dem gemeinsamen ökumenischen Weg der beiden Kirchen sein.




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