Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Katholiken gedenken ihrer Toten

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Dienstag, 22. Mai 2012 Julia, Rita, Renate
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Glaube und Tod

Katholiken gedenken ihrer Toten

Am Festtag Allerheiligen denken die Katholiken nicht nur an die großen Heiligen der Kirche. Die Aufmerksamkeit gilt allen Verstorbenen.

Grablichter beleuchten zu Allerheiligen den Friedhof von Stilfs im Vinschgau in Südtirol.(Foto: dpa)
Grablichter beleuchten zu Allerheiligen den Friedhof von Stilfs im Vinschgau in Südtirol. (Foto: dpa)

Man muss also nicht erst in dem förmlichen Verfahren der katholischen Kirche heiliggesprochen werden, um in den Genuss eines eigenen Festtages zu kommen. Seinen Ursprung findet das Allerheiligenfest in der Flut der Heiligenverehrung der ersten Jahrhunderte des Christentums. Es war schlechterdings nicht mehr möglich, jedem Heiligen einen bestimmten Tag im Kirchenkalender zuzuweisen. So wir an Allerheiligen aller Heiligen, Märtyrer und Verstorbenen gedacht, auch der Heiligen, um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott.

Heiigenkulte sind älter als das Christentum

Deshalb gab es im Verlauf des Kirchenjahres immer wieder Gedenktage für Verstorbene. Dabei spielte es keine Rolle, on Sie Heilige, Märtyrer oder schlichte Gläubige waren. Solche Kulte um Verstorbene kannte im Übrigen bereits die Antike. Das Pantheon in Rom ist ein Musterbeispiel hierfür. In ihm wurden bereits die römischen Götter verehrt. Es war ihr persönliches Heiligtum und diente als Kultstätte. Diese Stätte wurde dann zum Ort des Totengedenkens der Christen. Papst Bonifatius IV. weihte das Pantheon im Jahre 609 oder 610 der Mutter Gottes und allen Märtyrern. Ihnen wurde ein eigener Feiertag zugedacht und zwar der Freitag nach Ostern. Papst Gregor IV. legte im Jahre 835 den Allerheiligentag für die gesamte Westkirche auf den 1. November fest.

Komischer Brauch aus USA

Am Vorabend des ersten Novembers hat sich, vor allem in den Vereinigten Staaten ein seltsamer Brauch breit gemacht. Dessen Name Halloween geht auf das Allerheiligenfest zurück. Es ist eine Verballhornung des Begriffes „all hallow eve“, was nichts anderes heißt als Vorabend von Allerheiligen. In den USA mutierte das Fest, das seinen Ursprung im angelsächsischen Raum hatte, immer mehr zu einem Fest des Gruselns und Grauens.

Lichter auf den Gräbern für die Armen Seelen

Zu Allerheiligen haben sich unterschiedliche Bräuche ausgeprägt. So gibt es in Süddeutschland den Allerheiligenstriezel, den die Tauf- oder Firmpaten an ihre Patenkinder verschenken. Der Striezel wird aus Hefeteig hergestellt. Er trägt die Form mit buntem Zucker bestreuter Zöpfe. Dem Allerheiligentag folgt der Tag Allerseelen, an dem der Verstorbenen gedacht wird, deren Seelen sich im Fegefeuer befinden. Die Gräber der Seelen werden vielfach bereits am Allerheiligentag gesegnet und die Gräber werden mit Lichtern geschmückt. Die katholischen Christen besuchen am Allerheiligentag die Gräber ihrer Angehörigen. Die Protestanten nutzen hierzu meist den Totensonntag.

Bauernregeln zum Fest

Auch viele Bauernregeln ranken sich um das Allerheiligenfest In diesem Jahr soll es ja weiter schön, trocken und warm sein, so dass die nachstehen Sprüche passen: "Zum Allerheiligen Sonnenschein, tritt der Nachsommer dann ein" und „Ist's zu Allerheiligen rein, tritt noch Altweibersommer ein". In diesem Sinne wünscht Ihnen die liborius.de-Redaktion ein besinnliches Allerheiligenfest und weiterhin schönes Wetter.




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