Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: "Lebensmittel im Müll sind eine Schande"

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Glaube und Leben

"Lebensmittel im Müll sind eine Schande"

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick verurteilt im Vorfeld des Welthungertages am 16. Oktober die Verschwendung von Lebensmitteln. Wir leben im Überfluss, während woanders vor Hunger gestorben wird.

Somalische Frauen warten auf die Verteilung von Lebensmitteln in Mogadischu. (Foto: dpa)
Somalische Frauen warten auf die Verteilung von Lebensmitteln in Mogadischu. (Foto: dpa)

„Der Welthungertag ist nötig, um jedes Jahr auf den Skandal des Hungers aufmerksam zu machen und die Menschen wachzurütteln.“ Das betont der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Seit dem Jahr 1979 wird der Welthungertag begangen. Allerdings hat man nicht das Gefühl, dass die einmal jährliche Erinnerung an den Hunger der Menschen das globale Problem löst.

20 Millionen Tonnen im Müll

„Alles muss getan werden, um den Hunger in der Welt zu überwinden“, appelliert Erzbischof Schick daher. Er nimmt dabei auch die schlechten Gewohnheiten der Wohlstandsgesellschaften in den Blick: „Lebensmittel im Müll sind eine Schande.“ Der Bamberger Oberhirte beruft sich bei seiner Kritik auf eine Studie der Welternährungsorganisation FAO. Danach werden jährlich etwa 20 Millionen Tonnen Lebensmittel auf den Müll geworfen.  Und das angesichts einer Milliarde hungernder Menschen weltweit. Diesen Menschen fehlt es an Essen und an sauberem Trinkwasser. Weltweit stirbt täglich die Bevölkerung einer kleineren Stadt an Hunger: 24.000 Menschen lassen jeden Tag ihr leben. 18.000 von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren.

Hunger und Dürre

„Der Hunger in der Welt kann überwunden werden, wenn alle sich anstrengen und zusammenarbeiten“, mahnte Schick auch angesichts der dramatischen Situation in Ostafrika. Insbesondere die Länder Somalia, Äthiopien und der Südsudan seien von Hunger und Dürre betroffen. „Die Hungerkatastrophe in Ostafrika hätte verhindert werden können, wenn die Politik rechtzeitig Vorsorge getroffen hätte“, klagt Schick an.  Die Veränderung des Klimas benennt er als eine der wichtigsten Ursachen, dass in zahlreichen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas Lebensmittel nicht produziert werden könnten. Auch hier gibt der Erzbischof eine klare Schuldzuweisung ab: „Der Klimawandel, den wir in den Industrienationen verursachen, ist eine der wichtigsten Ursachen für den Hunger in armen Ländern.“ Aber nicht nur die Politik sei zur Lösung dieser Probleme gefordert. „Jeder Einzelne muss durch Energie sparen, bewusste Ernährung oder Verzicht auf überflüssigen Konsum einen Beitrag leisten, damit die Erderwärmung gestoppt wird.“

Keine Spekulationsobjekte

Nahrungsmittel und Wasservorräte dürften, so Schick, genau so wenig zu Spekulationsobjekten der Reichen werden, wie landwirtschaftliche Anbauflächen. „Dann sind die Armen die Totalverlierer. Elend, Hunger und Tod werden zunehmen. Das dürfen Sie nicht zulassen“, appellierte Schick an die Politiker weltweit.




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Diakon Manfred Glittenber

am Montag, 17. Oktober 2011

Christ sein hat auch eine politische Dimension; Barmherzigkeit genügt nicht. Auch genügt nicht, wenn
nur die Oberhirten die Politik anmahnen.

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