Die Wissenschaftler streiten sich bis heute, ob der Mönch Martin Luther tatsächlich seine in lateinischer Sprache verfassten Thesen an der Tür der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen hat. Der Überlieferung nach tat er dies am Tag vor Allerheiligen 1517.
Ablass und Buße
Um die Themen Ablass und Buße ging es ihm damals und um die Frage, ob man Gottes Gnade und Gerechtigkeit erkaufen könne. Luther suchte den akademischen Disput. Um mehr ging es ihm zunächst einmal nicht. Er wollte auf Missstände in einer Kirche aufmerksam machen, die glaubte, dass eine Erlösung von der Sünde durch einen Ablass in Form einer Geldzahlung möglich sei. Luther stellte dazu fest, die Erlösung sei bereits durch das Opfer Jesu am Kreuz geschehen.
Kritik ohne Reaktion
Nachdem er versucht hatte, auf seine Thesen durch Briefe an kirchliche Würdenträger aufmerksam zu machen, diese aber keine Reaktion zeigten, soll es zum Thesenanschlag gekommen sein. In der Folge kam es jedenfalls zur Spaltung der Kirche.
Gesetzlicher Feiertag
Der Reformationstag ist gesetzlicher Feiertag in den deutschen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In Baden-Württemberg ist der Tag schulfrei. In anderen Ländern mit evangelischem Bevölkerungsanteil hat der Tag oft eine besondere gesetzliche Stellung, die mit der der Stillen Tage vergleichbar ist.