Wie erklärt man das Fest Mariä Empfängnis. Wahrscheinlich am Besten, in dem man zunächst darauf hinweist, dass es bei diesem Fest nicht darum geht, dass die Heilige Maria Jesus am 8. Dezember empfangen hat, um ihn dann am Weihnachtstag zu gebären. Dieses fest hat mir dem Dogma der Jungfrauengeburt gar nichts zu tun. Vielmehr geht es um das Datum, an dem Marias Mutter, die Heilige Anna, ihr Kind Maria empfangen hat. Der Festtag heißt daher heute auch korrekt Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria.
Was heißt ohne Erbsünde empfangen?
Warum ist Maria nun ohne Erbsünde empfangen, wenn doch diese seit Adam und Eva den Menschen mitgegeben ist? Maria selbst wurde auf natürliche Weise von ihren Eltern Joachim und Anna gezeugt, empfangen und geboren. Allerdings geht auch der Zeugung Marias ein wundersames Ereignis voraus. Da seine Frau Anna als unfruchtbar erschien und dies zur damaligen Zeit als Zeichen göttlicher Missgunst ausgelegt wurde, zog sich Joachim für 40 Tage zum Gebet in die Wüste zurück. Nach dieser selbst auferlegten Fasten- und Bußzeit erschien ihm und unabhängig davon seiner Frau Annma ein Engel der die Geburt eines Kindes ankündigte. Insoweit war schon Marias Geburt von Gott verheißen. Gott hatte von Beginn an Maria als die Mutter seines Sohnes auserwählt und sie daher vom Makel der Erbsünde bewahrt.
Frühes Fest
Im Osten wurde des Fest wohl bereits im 7. Jahrhundert gefeiert und zwar unter dem nachvollziehbareren Namen: „Empfängnis d. Heiligen Anna“. Papst Sixtus IV. übernahm im 15. Jahrhundert dieses Fest, gab ihm aber bereits einen anderen Namen: „Empfängnis der unbefleckten Jungfrau Maria". Seit 1708 heißt das Fest in der gesamten „Mariä Empfängnis“. Im Jahre 1854 verkündete Pius IX. das Dogma der unbefleckten Empfängnis. Er besagt, dass Maria ohne den Makel der Erbsünde von ihrer Mutter Anna empfangen und geboren wurde.
Dogma von 1854
Das Dogma lautet wie folgt: „Zur Ehre der Heiligen und ungeteilten Dreifaltigkeit, zur Zierde und Verherrlichung der jungfräulichen Gottesgebärerin, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zum Wachstum der christlichen Religion, in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären, verkünden und bestimmen Wir in Vollmacht unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und in Unserer eigenen: Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch einzigartiges Gnadengeschenk und Vorrecht des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechts, von jedem Fehl der Erbsünde rein bewahrt blieb, ist von Gott geoffenbart und deshalb von allen Gläubigen fest und standhaft zu glauben. Wenn sich deshalb jemand, was Gott verhüte, anmaßt, anders zu denken, als es von Uns bestimmt wurde, so soll er klar wissen, dass er durch eigenen Urteilsspruch verurteilt ist, dass er an seinem Glauben Schiffbruch litt und von der Einheit der Kirche abfiel, ferner, dass er sich ohne weiteres die rechtlich festgesetzten Strafen zuzieht, wenn er in Wort oder Schrift oder sonstwie seine Auffassung äußerlich kundzugeben wagt.“
Feiertag
In Österreich, Liechtenstein und den katholisch geprägten Kantonen der Schweiz, in Argentinien, Spanien, Chile, Portugal, Italien und Malta ist Mariä Empfängnis ein gesetzlicher Feiertag.