Da habe ich ja einen heftigen Schreck bekommen, als ich diese Meldung las: „Neuer Jesus wird gecastet“. Was soll das denn nun? Wieso brauchen wir einen neuen Jesus? Und: Wer wird ihn casten? Hoffentlich nicht Dieter Bohlen. Der castet inzwischen ja alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. In einem solchen Moment hilft regelmäßig weiterlesen.
Kirche sucht nicht
Die Katholische Kirche sucht schon einmal nicht, offenbar auch keine andere christliche Kirche. Aber wer braucht dann einen neuen Jesus? Alle, die ihn noch nicht gefunden haben, ist die eigentlich ganz einfache Antwort. Jesus, der in seiner Geburt zum Menschen geworden ist und uns in seinem Tod am Kreuz erlöst hat. Jesus, der uns Menschen rettet. Wir müssen ihn nur annehmen, an ihn glauben. Wie oft hat er gesagt: „Dein Glaube hat dir geholfen“.
Auch Judas gesucht
Und jetzt sucht man einen neuen Jesus. In Großbritannien. Aber es ist auch nicht die Kirche von England, die ihn sucht. Andrew Lloyd-Webber ist es, der sich gemeinsam mit dem Fernsehsender ITV auf die Suche macht. Er ist der Kopf einer neuen Castingshow, in der nach einem Jesus-Darsteller gefahndet wird. Der soll dann bei der nächsten Arena-Tour des Musicals "Jesus Christ Superstar" die Rolle des Jesus übernehmen. Und das Spannende daran: Der Sänger, bei dem es für die Jesusrolle nicht reicht, kann dann noch immer Judas werden. Denn auch der wird öffentlich gesucht. Für den Judas dürfte der Lohn auch sicher höher sein als die bekannten 30 Silberlinge.
Albtraum
Seien wir also froh, dass es nur um den Darsteller eines Musicals geht. Ehrlich gesagt: Für einen Moment hatte ich geglaubt, dass unsere Medien inzwischen so abgehoben wären, dass sie sich zutrauen, den Super-Jesus zu suchen. Dann würde sicherlich Kai Diekmann mit in der Jury sitzen. Der BILD-Chefredakteur scheint ja derzeit der glaubwürdigste Zeitungsmacher Deutschlands zu sein. Und er kennt ja auch Dieter Bohlen gut genug. Seine Frau Katja Kessler hat schließlich Bohlens Biografie schreiben dürfen. Gott bewahre uns vor solchen Fernsehformaten. (hei)