Nachdem die UN-Resolution am vergangenen Wochenende gescheitert war, sagte Zollitsch: „Wir dürfen nicht tatenlos zuschauen, wie Hunderte von Menschen unter brutaler Gewalt sterben.“ Was in Syrien passiere, sei eine abgrundtiefe Verachtung fundamentaler Menschenrechte. Zollitsch forderte das Endes des Blutvergießens und die Schaffung stabiler rechtsstaatlicher und freiheitlicher Strukturen in Syrien. „Dabei ist es notwendig, dass auch die christliche Minderheit einen auf Zukunft gesicherten Status in der Gesellschaft und der Politik behält.“
Lange christliche Tradition
Das Christentum hat in Syrien hat eine sehr lange Tradition. Es ist seit seiner Entstehungszeit dort präsent. Heute sind die Christen in Syrien in einer Minderheit gegenüber den Muslimen. Früher war Syrien überwiegend christlich. Dies hat sich mit der Islamisierung des Landes im 7. Jahrhundert geändert. Heute sind etwa zehn Prozent der Syrer sind Christen. Diese leben überwiegend im Raum Damaskus, Homs und Aleppo. Dabei bildet die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien den grössten Teil der in Syrien lebenden Christen.
Keine Ohnmacht
„Angesichts der Bilder und Nachrichten, die uns aus Syrien erreichen, droht sich eine gewisse Ohnmacht einzustellen. Deshalb fordere ich die Christen in Deutschland auf, für ihre Schwestern und Brüder und für alle Menschen Syriens zu beten, damit die Gewalt bald ein Ende nimmt. Waffen auf die eigene Bevölkerung zu richten, trägt zur Destabilisierung einer Nation bei. Syrien braucht Freiheit und Menschlichkeit. Das Land gilt zu Recht als ‚Wiege der Zivilisation’, wie es schon Papst Johannes Paul II. gesagt hat. Diese Wiege der Zivilisation darf nicht in einem Blutbad untergehen", betonte Zollitsch.