Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr hat vorgeschlagen, dass im Rahmen der Ausgabe der neuen elektronischen Gesundheitskarte die Versicherten verstärkt über das Thema Organspende informiert werden sollen. Die Aktion soll die Spendenbereitschaft erhöhen.
Religiöse Vorbehalte
Noch immer äußern viele Menschen auch religiöse Vorbehalte gegen eine Organspende. Dabei ist die Organspende nach dem Tode auch theologisch unproblematisch. Schwieriger ist das bei der Lebendspende, weil der Spender dort auch seine eigene Gesundheit aufs Spiel setzen kann.
Spende ist erlaubt
„Die unentgeltliche Organspende nach dem Tode ist erlaubt und kann verdienstvoll sein.“ So heißt es in der Ziffer 2301 des Katechismus der Katholischen Kirche. Auch der heutige Papst hatte Medienberichten zu folge seit den 80er Jahren einen Spenderausweis. Er habe diesen Ausweis immer bei sich, erklärte er seinerzeit. „Ich bin bereit, meine Organe zu spenden, wenn sie jemand braucht." Das sei für ihn auch ein Akt der Liebe, der Zuneigung und der Bereitschaft.
Kein Widerspruch zum Auferstehungsglauben
Unser Glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben bedeutet nicht, dass wir mit unserem Leib, wie er jetzt ist, auferstehen werden. Deshalb schadet es nicht, wenn uns nach unserem Tod Organe entnommen werden.
Erlärung der Kirchen
Bereits im Jahre 1990 haben die katholische Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland eine gemeinsame Erklärung zur Organtransplantation herausgegeben. Beide Kirchen begrüßten 1997 auch die Verabschiedung des Transplantationsgesetzes
"Nach christlichem Verständnis ist das Leben und damit der Leib ein Geschenk des Schöpfers, über das der Mensch nicht nach Belieben verfügen kann, das er aber nach sorgfältiger Gewissensprüfung aus Liebe zum Nächsten einsetzen darf", heißt es in der damaligen Erklärung.
Aus christlicher Sicht sei die Bereitschaft zur Organspende nach dem Tod ein Zeichen der Nächstenliebe und Solidarisierung mit Kranken und Behinderten.
Jeder Fünfte
Nach letzten Umfragen wären zwei Drittel der Bevölkerung bereit, ihre Organe nach ihrem Tod zu spenden. Nur jeder Fünfte hat dies allerdings bislang mit einem Organspendeausweis dokumentiert.