Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Politiker sind keine Heiligen

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Dienstag, 22. Mai 2012 Julia, Rita, Renate
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Heilige und Politik

Politiker sind keine Heiligen

„Ich will keine Heiligen, sondern Talente“, sagte die EU-Kommissarin Neelie Kroes, als sie das Internettalent zu Guttenberg als neuen Berater vorstellte. Gibt es Heilige in der Politik?

Geht man das Thema von der theologischen Seite an, muss man einmal kurz prüfen, ob die Definition von Heiligkeit zu den Merkmalen der aktuell Handelnden in der Politik gehört? Voraussetzung einer Heiligsprechung ist zum einen der Nachweis eines Wunders. Dieses sollte möglichst ein Heilungswunder sein. Ob die Heilung des Euro aus der Krise ein solches Wunder darstellt mag dahinstehen, da es für die Heiligsprechung auch nicht mit einem Wunder getan ist. Insofern würde das die Chancen, beispielsweise der Kanzlerin, deutlich reduzieren.

Ruf der Heiligkeit

Daneben ist allerdings erforderlich, dass der Person in der Öffentlichkeit der "Ruf der Heiligkeit und eines vorbildlichen Lebens" vorausgeht. Hier reicht auch keine gelungene PR-Aktion. Dieser Ruf muss nämlich auch einer Nachprüfung Stand halten. Damit ist sicherlich festzustellen, dass Karl Theodor zu Guttenberg weder ein Heiliger ist, noch es wahrscheinlich werden kann. Insoweit hat die EU-Kommissarin Neelie Kroes sicherlich Recht.

Talentfrei?

Ob allerdings die zweite These der Kommissarin stimmt, erscheint ebenso fraglich. Dann müsste es sich bei dem neuen Mitarbeiter der EU-Kommission in Sachen Internet um ein Talent in diesem Bereich handeln. Auch hier erlauben wir uns einen Blick auf die Definition des Begriffes „Talent“. Talent definiert man gemeinhin als eine besondere Leistungsvoraussetzung einer Person. Dabei handelt es sich zumeist um eine oder mehrere überdurchschnittliche Fähigkeiten. Die Fähigkeiten die KTG im Bereich Internet bislang offenbart hat, bezogen sich bekanntermaßen darauf, Texte von A wie „Autor“ nach B wie „Benutzer fremder Texte ohne Angabe der Fundstelle“ zu kopieren. Darüber hinaus hat sich zu Guttenberg bislang eher selten profiliert zu Fragen der Netzpolitik geäußert.

Rampenlicht


Talent hat Guttenberg aber sicherlich unbestritten darin, sich zu inszenieren oder Inszenieren zu lassen. Trotz dieses Talents ist er allerdings bislang zumindest „vorerst gescheitert“. Sein Drang ins Rampenlicht scheint aber dennoch unermesslich zu sein. wenn er denn als Talent gesehen wird und gerne ins Rampenlicht tritt, dann gibt es für KTG dennoch eine große Hoffnung. Im kommenden Jahr startet bestimmt wieder eine neue Staffel von „Das Supertalent“. KTG müsste nur noch die Jury und das Fernsehpublikum von seinem Talent überzeugen. (hei)




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