Benedikt XVI. bedankte sich kurz nach seiner Landung auf dem Flughafen Tegel bei einem Empfang auf Schloss Bellevue bei Bundespräsident Christian Wulff. „Ich bin hier, um den Menschen zu begegnen und mit ihnen über Gott zu sprechen“, sagte der Papst
Benedikt XVI. bedauerte eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber der Religion. Die Gesellschaft sehe bei ihren Entscheidungen die Wahrheitsfrage eher als ein Hindernis an und gebe statt dessen Nützlichkeitserwägungen den Vorrang. „Es bedarf aber für unser Zusammenleben einer verbindlichen Basis, sonst lebt jeder nur noch seinen Individualismus“, betonte Benedikt XVI. Religion sei „eine dieser Grundlagen“ für ein gelingendes Miteinander.
„Freiheit kann nicht in Beziehungslosigkeit gelebt werden, sondern nur in Solidarität“, betonte der Papst. „Was ich auf Kosten des anderen tue, ist keine Freiheit, sondern schuldhaftes Handeln.“
Wulff: „Kirche ist keine Parallelgesellschaft“
Bundespräsident Wulff würdigte die Aussagen des Papstes „zum Schutz der Schöpfung und des menschlichen Lebens, zum Umgang mit Fremden und Fremdem“. Diese seien „unendlich wertvoll als Mahnung zur Menschlichkeit in unserer Gesellschaft“.
Die Kirche sei keine Parallelgesellschaft, machte Wulff deutlich. Sie sei immer wieder von neuen Fragen herausgefordert, etwa der, wie barmherzig sie mit Brüchen in den Lebensgeschichten von Menschen umgehe, mit den Brüchen in ihrer eigenen Geschichte und mit dem Fehlverhalten von Amtsträgern.