Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Riten und Bräuche: die Christmette

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Dienstag, 22. Mai 2012 Julia, Rita, Renate
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Weihnachten und Bräuche

Riten und Bräuche: die Christmette

Menschen, die man ewige Zeiten nicht in der Kirche gesehen hat, strömen am Weihnachtsfest in die Gotteshäuser. Was ist der Zauber der Heiligen Nacht?

Volle Kirchen prägen das Bild der Heiligen Nacht (Foto:dpa).
Volle Kirchen prägen das Bild der Heiligen Nacht (Foto:dpa).

Welcher Zauber, welche Magie muss dieser Stunde innewohnen? Menschen, die sich das ganze Jahr nicht zum Gottesdienst hingezogen fühlen, machen sich wie die Hirten in Bethlehem auf zur Krippe. „Venite adoremus“ – kommt lasset und anbeten, ist die Botschaft der Heiligen Nacht. Es ist ein ganz besonderer Glanz, der von dieser Messfeier ausgeht. Ein Glanz der Hoffnung, der mit diesem Kind in der Krippe in jedem Jahr neu in die Welt kommt. „Habt keine Angst, fürchtet Euch nicht“, das ist die Botschaft des Engels an die Hirten. „Heute ist Euch in der Stadt Davids der Retter geboren“. Dieses kleine Kind in der Krippe ist Gott, der zu uns gekommen ist, um uns zu erlösen, uns mit seiner Botschaft zu befreien.  Diese Freude der Menschwerdung begeistert uns. Sie nimmt uns an diesem Tag mit. Auch Menschen, denen die Kirche sonst fernliegt: diesem Ereignis können sie sich nicht entziehen.

Gesungenes Morgengebet
  
Ihren Ursprung hat die Feier der heiligen Nacht, der Christmette in dem gesungenen Morgengebet (Matutin und Laudes)  der Kirche zum Weihnachtsfest. Diese morgendliche Vigil, die auch Nachtoffizium genannt wird, betete die Kirche in den Stunden zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen. Schon die frühen Christen versammelten sich vor hohen Festen zur Nachtwache, um sich durch Gebet und Hören auf das Fest vorzubereiten. Der Sonnenaufgang, den Sie gemeinsam erlebten war wie das Leben und der Glanz, den Gott in die Welt bringt. Dieses Strahlen der des erwachenden Morgens passt bildlich natürlich hervorragend zu dem Leben,  das in dieser Nacht in die Welt tritt.

Von 17 Uhr bis in den frühen Morgen

Die Christmette begann traditionell um Mitternacht oder in den Stunden danach. Im Laufe der Jahre hat sie immer mehr den Gewohnheiten der Kirchenbesucher angepasst. So gibt es Kinderchristmetten, die bereits um 17 Uhr beginnen. Bis zum 17. und 18. Jahrhundert fand die Mette meist am frühen Weihnachtsmorgen statt. Das ist in einigen Gegenden im Erzgebirge noch heute so.

Die große Botschaft


Die Botschaft von der Geburt Jesu aus dem Lukas-Evangelium steht im Mittelpunkt des Wortgottesdienstes. Die Geburt des verheißenen Messias in einem Stall, in Elend und Armut. Gott tritt den Menschen nicht als überlegener Herrscher gegenüber, sondern wird in aller Schwäche einer von ihnen. Eine wunderbare Botschaft.

Menschen, die Ihr ward verloren

Mit den Liedern zur Weihnacht werden wir uns in den kommenden Tagen noch befassen. Eines der schönsten von Ihnen, das die Hoffnung bezeugt, die die Geburt Jesu trägt, ist dieses:

Menschen, die ihr ward verloren,
lebet auf, erfreuet euch!
Heut ist Gottes Sohn geboren,
heut ward er den Menschen gleich.

Lasst uns vor ihm niederfallen,
ihm soll Preis und Dank erschallen:
"Ehre sei Gott, Ehre sei Gott,
Ehre sei Gott in der Höhe!"




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