„Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu du mein Leben.“ So heißt es in einem Weihnachtslied, das die Begegnung mit dem neu geborenen Retter der Welt beschreibt. Das Lukasevangelium beschreibt lediglich, dass Maria Jesus in eine Futterkrippe legte. Überhaupt wird der Ort der Geburt im Neuen Testament lediglich so beschrieben „Krippe in einem Stall“. Das alles geschah, weil „in der Herberge kein Platz für sie war“. Das Mattäusevangelium spricht demgegenüber lediglich von einem „Haus, in dem das Kind war“.
Ochs und Esel
Unabhängig von der Frage, ob Bethlehem tatsächlich der Geburtsort Jesu war und ob er tatsächlich in einen Futtertrog gelegt wurde, so ist das Bild doch unbeschreiblich. Gott schickt seinen Sohn zu den Menschen. Er kommt nicht mit Soldaten und einem riesigen Gefolge. Ochse und Esel gehören zu seinen Beschützern, obwohl auch sie nirgendwo in der Bibel Erwähnung finde. Ochse und Esel kommen aus dem Buch Jesaja zur Krippe hinzu. Dort heißt es „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht“ (Jes 1,3).
Szenische Darstellung
Erste szenische Darstellungen von der Geburt Christi gab es im Spätmittelalter. Man bemühte sich dabei um eine realitätsnahe Darstellung der biblischen Geschichte. In der spätromanischen Burgkapelle in Hocheppan bei Bozen ist eine solche Krippendarstellung überliefert. um 1200. Der Heilige Franz von Assisi soll die Weichnachtsszene mit lebenden Tieren und Menschen im Jahre 1223 in Greccio theaterhaft dargestellt haben. In der Folge kannte man in den Frauenklöstern des 13. Und 14. Jahrhundets das so genannte Christkindlwiegen.
Konzil von Trient
Es war, wie so oft, das Konzil von Trient (1545-1563), das nach den Verwerfungen der Reformation neue Impulse gab. Insbesondere die großen Orden Jesuiten, Franziskaner und Serviten, begannen mit der Wiederbelebung der Darstellung szenischer Inhalte der Bibel. Im Jahr 1562 stellten die Jesuiten in Prag eine Weihnachtsdarstellung aus, die unserer heutigen Krippe nahe kommt. Es entwickelte sich eine Art Wettbewerb zwischen den Kirchen, welche wohl die schönste Krippe habe. Eine Weihnachtskrippe gehörte zu Beginn der 17. Jahrhunderts zum guten Ton.
Private Krippen
In der Geschichte gab es immer wieder Angriffe gegen die öffentliche Wehnachtskrippe. Kaiserin Maria Theresia von Österreich und Kaiser und Joseph II. verboten die Krippen in öffentlichen Gebäuden, also auch in Kirchen. Die Krippen erfuhren aber lediglich einen Rückzug in den privaten Bereich. So nahm die Krippe Einzug in die Weihnachtsfeier der Familie, noch lange bevor der Baum dazu gehörte.