Die Telefonseelsorge der Katholischen und Evangelischen Kirche in Deutschland und das Internetportal facebook arbeiten jetzt zusammen. Ziel ist es, Postings mit der Ankündigung einer Selbsttötungsabsicht zu finden und ihnen nachzugehen. Facebook hat zu diesem Zweck ein Formular ins Netz gestellt und wird Nutzer, die in dem Sozialen Netzwerk ihre Situation so darstellen, dass sich daraus eine Gefährdung ergeben kann, kontaktieren. Im Zusammenhang mit diesem Kontakt wird der Internetanbieter dann auf die Hilfsangebote hinweisen, die es gibt. Dazu zählen die Telefonseelsorge und die „Nummer gegen Kummer“ vom Kinderschutzbund.Falscher Eindruck
Problematisch an dem Formular ist allerdings der Text, der nicht dazu einlädt, es zu benutzen. „Falls du eine direkte Selbstmorddrohung auf Facebook siehst, informiere bitte umgehend die Strafverfolgungsbehörden oder eine Selbstmordhotline“, heißt es dort. So wird der Eindruck erweckt, als setze man mit einer Meldung denjenigen, dem man eigentlich helfen will, der Strafverfolgung aus. Auf einer Hilfeseite im facebook-Portal finden die User darüber hinaus unmittelbar weltweite Kontakte zu Hilfeorganisationen. Auch sind dort entsprechende Notrufnummern aufgelistet.
Keine direkte Beratung
Eine direkte Beratung der Suizidgefährdeten auf der Facebookseite findet nicht statt. „Wir wissen nicht, was Facebook mit den Informationen macht, die ein Betroffener dort veröffentlicht und in welcher Form wo die Chat-Protokolle gespeichert werden“, so Blömeke gegenüber dem Internet-Portal MEEDIA.
Was macht die Telefonseelsorge?
Die Telefonseelsorge hilft übrigens schon lange Jahre, bevor es das Internet gab. Im Jahre 1956 wurde die die erste deutsche Telefon-Seelsorgestelle in Berlin. Anfangs nannte sie sich noch „Ärztliche Lebensmüdenbetreuung“. Nur ein Jahr später führte man dann den Namen „Telefon-Seelsorge“ ein. Nach eigenen Angaben der Organisation sind es eben nicht nur Suizidgedanken, die Ratsuchende den Kontakt aufnehmen lassen. Lebenskrisen, die durch Faktoren wie Probleme mit der Partnerin oder dem Partner, Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz, Arbeitsplatzverlust, Sucht, Krankheit, Einsamkeit oder Sinn- und spirituelle Krisen, ausgelöst werden, gehören auch dazu.