„Wir sagen euch an den lieben Advent
Sehet, die erste Kerze brennt!
Wir sagen euch an eine heilige Zeit.
Machet dem Herrn den Weg bereit!
Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr.
Schon ist nahe der Herr.“
Dieses bekannte Adventslied, das sowohl in der Katholischen als auch in der Evangelischen Kirche gesungen wird, ist noch recht jung. Es stammt aus dem vorigen Jahrhundert. Text und Lied sind sicherlich keine kirchenmusikalische Offenbarung, aber in dem Text finden wir den Sinn des Advents wunderbar beschrieben.
„Wir sagen Euch an eine heilige Zeit“
Das ist nicht der Alltag, der da vor uns liegt: Das ist die Zeit des Wartens auf Gottes Sohn, der uns als Heiland und Retter verheißen ist. Im Matthäusevangelium wird Johannes der Täufer als Wegbereiter für Jesus bezeichnet. Heute sind wir als Christen in Jesu Nachfolge gefordert, ihm immer aufs Neue den Weg zu bereiten. Eine heilige Zeit ist übrigens nicht eine hektische Zeit mit dem ständigen Denken: Was muss ich heute noch alles erledigen.
„Nur noch kurz die Welt retten“
„Nur noch kurz die Welt retten, danach bin ich wieder bei dir“, heißt es in einem zeitgenössischen Popsong. Auch hier geht es darum, wie sehr uns der Alltag heute gefangen nimmt. Eine heilige Zeit auch als Zeit der Ruhe zu begreifen, des Herunterkommens, der Besinnung auf sich selbst, das kann, wenn unser Alltag immer mehr von Burnout und Depression geprägt zu sein scheint, sehr hilfreich sein.
Seit wann feiern wir Advent?
Etwa im siebten Jahrhundert begann die Kirche die Ankunft des Herrn feierlich zu begehen. Papst Gregor der Große legte die Zahl der Adventssonntage auf vier fest. Sie sollten die 4.000 Jahre symbolisieren, die die Menschen den biblischen Aufzeichnungen nach vom Sündenfall im Paradies bis zur Ankunft des Erlösers warten mussten. Zuvor war die Adventszeit vom 11. November bis zum ursprünglichen Weihnachtstermin, dem 6. Januar, dem Dreikönigsfest, gegangen. Sie war auch nicht etwa eine Festzeit, in der Spekulatius und Lebkuchengebäck zusammen mit Reibekuchen und Glühwein für Atmosphäre sorgten. Nein, die Betreiber heutiger Weihnachtsmärkte hatten bis zum Jahr 1917 schlechte Karten. Bis zu diesem Zeitpunkt war auch der Advent kirchenrechtlich als verbindliche Fastenzeit festgelegt.
Freut Euch, ihr Christen
„Freut Euch, ihr Christen, freuet Euch sehr, schon ist nahe der Herr“. Nehmen wir diesen Text des Adventsliedes in uns auf. Nehmen wir ihn mit in die kommenden Wochen bis zum Weihnachtsfest. Lassen wir die Freude in unseren Herzen zu. Freuen wir uns auf das Weihnachtsfest und die Verheißung Christi. Dann wird der Engel auch zu uns sagen: „Euch ist in der Stadt Davids der Retter geboren.“ Freuen wir uns im Lichterglanz des Advents auf diesen Tag.
Die Redaktion von liborius.de wünscht Ihnen allen einen besinnlichen und gesegneten Advent.