Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Soziallehre ist gut für Europa

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Bischöfe und Politik

Soziallehre ist gut für Europa

In der Tradition der Katholischen Soziallehre wollen die deutschen Bischöfe die europäische Einigung unterstützen. Das sagten sie im Gespräch mit Angela Merkel.

Die Vorsitzende der C-Partei sucht das Gespräch mit den Bischöfen, wie hier beim Katholikentag 2008 in Osnabrück. (Foto: dpa)
Die Vorsitzende der C-Partei sucht das Gespräch mit den Bischöfen, wie hier beim Katholikentag 2008 in Osnabrück. (Foto: dpa)

Die Bundeskanzlerin und Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz trafen sich mit Mitgliedern des CDU-Präsidiums zum Meinungsaustausch im Vorfeld des Papstbesuches. Dabei ging es aber auch um die drängenden gesellschaftspolitischen Fragen wie die Schuldenkrise Europas. 

Grundlagen Europas

„Es geht um die Grundlagen Europas“, das machten beide Seiten in dem Gespräch deutlich. Die Bewältigung der Schuldenkrise sei auch eine bedeutsame Wertentscheidung. Die Vertreter der Bischofskonferenz betonten, dass sich die  katholische Kirche „aus einer tief empfundenen Verantwortung gegenüber künftigen Generationen zur Fortentwicklung und Vertiefung der europäischen Integration“ bekenne. Die Kirche will den Prozess der fortschreitenden europäischen Einigung in der großen Tradition der katholischen Soziallehre begleiten und unterstützen.

Maßstab der Integration

Die Bischöfe machten deutlich, dass die Prinzipien der Katholischen Soziallehre  Solidarität, Subsidiarität, Gerechtigkeit und Gemeinwohl  ein als Maßstab für die  Integrationsschritte dienen müssen. Die Bischöfe ermutigten die CDU-Vorsitzende, ihren eingeschlagenen Weg für Europa fortzusetzen und sagten ihr dabei Unterstützung zu.

Freude auf Papst

„Wir freuen uns auf die bevorstehende Reise von Papst Benedikt XVI. nach Deutschland“, unterstrichen die  Mitglieder des CDU-Präsidiums. Der Besuch habe für sie als Vertreter einer christlichen Partei einen besonderen Stellenwert. Mitglieder des CDU-Führungsgremiums werden an mehreren Stationen des Papstbesuches dabei sein. Zudem lädt die Partei am Vorabend der Papstrede im Deutschen Bundestag zu einem Empfang ins Konrad-Adenauer-Haus ein. Unverständnis äußerten die Christdemokraten wegen der Boykottankündigung zahlreicher Oppositionsabgeordneter. Etwa 100 von ihnen hatten mitgeteilt, nicht an der Rede des Heiligen Vaters vor dem Deutschen Bundestag teilnehmen zu wollen. „Die Rede des Papstes im Parlament seines Heimatlandes unterstreicht auch die christliche Prägung unseres Gemeinwesens“, machten die CDU-Vertreter deutlich. .




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Reinhard Moysich

am Montag, 19. September 2011

Der Papst und die Kanzlerin sind unchristlich!

Kanzlerin Merkel rechtfertigt die geplante Bundestagsrede des Papstes mit der "christlichen" Prägung Deutschlands.
"Christlich" kann aber zweierlei sehr Verschiedenes bedeuten:
Zu denken und zu handeln gemäß
a) dem mittelalterlichen kriegerischen "christlichen" Absolutheitsanspruch (was bisher schon zu Millionen Toten geführt hat) oder
b) der christlichen Nächstenliebe.

Zum "christlichen" Absolutheitsanspruch gehört typischerweise das Bestehen auf massiver Bevorzugung durch den Staat. Genau hierauf bestehen sowohl der Papst wie die Kanzlerin.
Laut Bibel gehört zum "Christsein" jedoch unverzichtbar dazu, im Sinne der christlichen Nächstenliebe zu denken und zu handeln. Diese verbietet - genauso wie die heutigen Menschenrechte! - jegliche Ungleichbehandlung, erst recht jegliches Bestehen auf eigener Bevorzugung. Folglich haben weder der Papst noch die Kanzlerin die Berechtigung, sich "christlich" zu nennen. Dafür müssten sie sämtliche der sehr vielen und teuren Bevorzugungen ("Privilegien") ihrer Weltanschauung abschaffen, insbesondere sämtliche staatlichen "christlichen" Feiertage, welche durch weltanschauungsneutrale Feiertage ersetzt werden müssen.
Denn gemäß Bundesverfassungsgericht kann Deutschland nur bei Weltanschauungsneutralität eine gesellschaftsnotwendige "Heimstatt" für alle Menschen werden - egal welche religiöse oder nichtreligiöse Weltanschauung sie haben!

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