Die Bundeskanzlerin und Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz trafen sich mit Mitgliedern des CDU-Präsidiums zum Meinungsaustausch im Vorfeld des Papstbesuches. Dabei ging es aber auch um die drängenden gesellschaftspolitischen Fragen wie die Schuldenkrise Europas.
Grundlagen Europas
„Es geht um die Grundlagen Europas“, das machten beide Seiten in dem Gespräch deutlich. Die Bewältigung der Schuldenkrise sei auch eine bedeutsame Wertentscheidung. Die Vertreter der Bischofskonferenz betonten, dass sich die katholische Kirche „aus einer tief empfundenen Verantwortung gegenüber künftigen Generationen zur Fortentwicklung und Vertiefung der europäischen Integration“ bekenne. Die Kirche will den Prozess der fortschreitenden europäischen Einigung in der großen Tradition der katholischen Soziallehre begleiten und unterstützen.
Maßstab der Integration
Die Bischöfe machten deutlich, dass die Prinzipien der Katholischen Soziallehre Solidarität, Subsidiarität, Gerechtigkeit und Gemeinwohl ein als Maßstab für die Integrationsschritte dienen müssen. Die Bischöfe ermutigten die CDU-Vorsitzende, ihren eingeschlagenen Weg für Europa fortzusetzen und sagten ihr dabei Unterstützung zu.
Freude auf Papst
„Wir freuen uns auf die bevorstehende Reise von Papst Benedikt XVI. nach Deutschland“, unterstrichen die Mitglieder des CDU-Präsidiums. Der Besuch habe für sie als Vertreter einer christlichen Partei einen besonderen Stellenwert. Mitglieder des CDU-Führungsgremiums werden an mehreren Stationen des Papstbesuches dabei sein. Zudem lädt die Partei am Vorabend der Papstrede im Deutschen Bundestag zu einem Empfang ins Konrad-Adenauer-Haus ein. Unverständnis äußerten die Christdemokraten wegen der Boykottankündigung zahlreicher Oppositionsabgeordneter. Etwa 100 von ihnen hatten mitgeteilt, nicht an der Rede des Heiligen Vaters vor dem Deutschen Bundestag teilnehmen zu wollen. „Die Rede des Papstes im Parlament seines Heimatlandes unterstreicht auch die christliche Prägung unseres Gemeinwesens“, machten die CDU-Vertreter deutlich. .