Glaubensstärke in zwei Diktaturen, die sich auf den Glauben wie „saurer Regen“ ausgewirkt hätten, hätten die Katholiken in Thüringen und der gesamten ehemaligen DDR bewiesen. Das machte der Papst bei seiner Predigt auf dem Thüringer Domplatz deutlich. Besonders im Eichsfeld hätten viele katholische Christen der kommunistischen Ideologie widerstanden. Für ihr Glaubenszeugnis hätten sie auch Nachteile in Beruf du Ausbildung erdulden müssen.
Der Papst sagte auch einen Dank an die Eltern, die ihre Kinder trotz eines ideologisch geprägten und kirchenfeindlichen Umfeldes katholisch erzogen hätten. Solche Glaubenszeugnisse wären dann möglich, wenn die Menschen geduldig der Führung Gottes vertrauten.
Benedikt XVI. nannte die Schutzpatrone des Bistums, die Heiligen Elisabeth von Thüringen, Bonifatius und Kilian. Sie hätten ihre Beziehung zu Gott radikal gelebt. Dazu gehöre es, so der Papst, Gott an die erste Stelle zu setzen. „Heilige verändern die Welt“, bekannte der Heilige Vater.
Die Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit habe die Menschen bewegt, als sie sich 1989 für die politische Wende stark zu machen. Diese Sehnsucht sei unter anderem durch Menschen wach gehalten worden, die ganz im Dienst für Gott und den Nächsten gestanden hätten. „Sie und die genannten Heiligen ermutigten dazu, die gewonnene Freiheit verantwortlich zu nutzen und sich nicht in einem bloß privaten Glauben zu verstecken.“
Aber Benedikt XVI. blickte nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft. „Wenn wir uns dem ganzen Glauben in der ganzen Geschichte und dessen Bezeugung in der ganzen Kirche öffnen, hat der Glaube auch als öffentliche Kraft in Deutschland Zukunft.