Vom 28. Dezember bis zum 1. Januar wird das Laudate omnes gentes zusammen mit vielen anderen Liedern aus Taizé in der Bundeshauptstadt erschallen. Mehr als 30.000 junge Menschenh werden in Berlin erwartet zum internationalen Jugendtreffen der Gemeinschaft von Taizé.
Eigene Spiritualität
Taizé ist Kult, das kann man inzwischen sagen. Die diesem Ort innewohnende eigene Spiritualität, seine Anziehungskraft gerade auch auf junge Menschen, sind etwas Besonderes, sind nicht alltäglich, in dem, wie sich Kirche ansonsten präsentiert. Was ist das Geheimnis von Taizé? „Es ist eine Gemeinschaft, wie ich sie noch nie erlebt habe“, hat die deutsche Grand-Prix-Gewinnerin Lana Meyer-Landrut einmal formuliert. „Man sitzt mit 4000 Menschen in einem Raum und singt. Das ist wahnsinnig. Man kann sich das kaum vorstellen.“ In Berlin werden es nicht 4.000, es werden 30.000 Menschen sein. Das Gefühl dürfte sich insoweit noch einmal vielfach verstärken.
Der Geist von Taizé
Als die Gemeinschaft von Taizé im vergangenen Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feierte, sandte Papst Benedikt XVI. eine Grußbotschaft, die den Geist von Taizé und ihren Gründe Frère Roger eindruckvoll beschreibt: „Frère Roger war ein Pionier auf den schwierigen Wegen hin zur Einheit unter den Jüngern Christi, ein unermüdlicher Zeuge des Evangeliums des Friedens und der Versöhnung. Vor 70 Jahren gründete er eine Gemeinschaft, die fortwährend tausende junger Erwachsener empfängt, die einen Sinn für ihr Leben suchen. Sie kommen von überall her auf der Welt, um von einer Gemeinschaft im Gebet empfangen zu werden und in eine persönliche Beziehung zu Gott einzutreten.“ Die persönliche Beziehung zu Gott entdecken, das ist ein Anliegen, das der Heilige Vater mit Frère Roger teilt.
Haus für Kriegsflüchtlinge
Roger Schutz, der spätere Frère Roger, kam 1940 nach Taizé. Sein Ziel war es, ein Haus zu schaffen, in dem er Kriegsflüchtlinge aufnehmen konnte. Schon zwei Jahre später musste Schutz dann allerdings selbst vor der Gestapo fliehen. Erst nach der Befreiung Frankreichs konnte er 1944 wieder nach Taizé zurückkehren. Zwischenzeitlich hatten sich Schutz die ersten Brüder angeschlossen. Sie bildeten zunächst eine evangelische Gemeinschaft, die sich später dann ökumenische ausrichtete. Im Jahre 1949 fassten die Brüder einen folgenschweren Entschluss. Sie verschrieben sich dem gemeinsamen einfachen Leben in Ehelosigkeit. Bereits am Ostersonntag 1949 legten die ersten sieben der Brüder ihr Gelübde ab. 100 Brüder sind heute in der Gemeinschaft in der ganzen Welt aktiv. Seit den 60er Jahren kamen immer mehr junge Menschen nach Taizé. 1974 fand die Hauptversammlung eines von Frère Roger ins Leben gerufenen Konzils der Jugend statt. Anschließend startete, Ende der 7oer Jahre der Pilgerweg des Vertrauens.
Wege der Solidarität
Dieser geht nun, bei dem Treffen in Berlin, in seine 34. Etappe. Ziel des Pilgerweg ist es, „mit neuem Elan nach neuen Wegen der Solidarität zu suchen“. Gemeinsame Gebete und Nachdenken über verschiedene Themen des geistlichen, sozialen, künstlerischen, politischen und wirtschaftlichen Lebens sind die wesentlichen Elemente dieses Treffens, das erstmals in der deutschen Hauptstadt stattfindet.