Im neuen Testament finden sich nur wenige Ansätze aus denen man das Verhältnis der urchristlichen Gemeinden zur Musik im Gottesdienst herleiten könnte. Paulus schreibt in seinem Brief an die Epheser (5,19): „Sprecht einander in Psalmen, Hymnen und geistlichen Liedern zu; singt und jubelt dem Herrn in euren Herzen.“
Singen heiliger Lieder
Der Kirchenvater Johannes Chrysostomos befasste sich im 4. Jahrhundert mit den Paulusbriefen leitete aus ihnen her, dass der Völkerapostel der christlichen Familie zwar das Singen „heiliger Lieder“ empfahl, er jedoch die Benutzung von Instrumenten für überflüssig hielt. In diesem 4. Jahrhundert trat dann offenbar ein Wandel ein. Er ging damit einher, dass sich in verschiedenen Regionen Riten und Liturgien entwickelten, die auch eine entsprechende Gesangstradition mit sich brachten.
Gregor der Große
Es war, wie in so vielen Fällen Papst Gregor der Große, der im 6. Jahrhundert die musica sacra belebte. Mit der Einführung der lateinischen Liturgie begann eine Sammlung der sie begleitenden Melodien und Texte. Der Gregorianische Choral wurde aus diesen festgelegten Stücken für die neue Liturgie und somit auch für die Kirche an sich verbindlich. Die Choräle zeichneten sich durch ihren einstimmigen Gesang und die Benutzung lateinischer Texte aus.
Anfänge der Mehrstimmigkeit
Im 9. Jahrhundert begannen, basierend auf den Gregorianischen Chorälen, die ersten Ansätze der Mehrstimmigkeit. Bestimmte Abschnitte wurden im Quinten oder Quartenabstand parallel mitgesungen. Diese Entwicklung setzte sich, auch durch die so genannte Notre-Dame-Schule mit ins 12. Und 13. Jahrhundert fort.
Kirchenmusik
Bis zum Jahr 1300 dauerte es, bis zu ersten Mal das Wort „Kirchenmusik“ Eingang in den Sprachschatz fand. Johannes de Grocheo verwandte es, um die Gregorianik vom mehrstimmigen Gesang abzugrenzen. In der Folge wurde die musica sacra zu einem kirchenpolitischen Thema. Die Dominikaner forderten beim Konzil Vienne(1311/12) das Verbot der Motetten. Papst Johannes XXII. reagierte darauf lediglich mit einem Verbot bestimmter Satztechniken. In der Folge dieses Verbots hielt die Orgel ab dem 14. Jahrhundert Einzug in den Gottesdienst.
Reformation als Einschnitt
Das Konzil von Konstanz brachte es mit sich, dass in der Renaissance im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts viele Kirchen ihre eigenen Musikkapellen erhielten.
Mit der Reformation driftete die kirchenmusikalische Entwicklung auseinander. Hier wird ein katholischer und ein protestantischer Weg genau so sichtbar wie der eigene musikalische Weg der Kirche von England.
Diese weitere Entwicklung beleuchten wir ein der Fortsetzung der Reihe wie entstand unsere Kirchenmusik. Einen Einblick in die Vielfalt der musica sacra bietet Ihnen unser Portal www.gloria-musik.de.