Frauen bewegen Kirche. Unter diesem Motto werden vier Wochen lang werden in den nächsten vier Wochen Frauen aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ihre persönliche Erfahrungen, spirituelle Impulse und theologische Gedanken auf der Homepage des ZdK LINK www.zdk.de präsentieren. Die Aktion endet am 21. September 2011. An diesem Tag jährt sich zum 30. Mal das Wort der Bischöfe zur Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft.
Dass im Jahre 1981 noch vieles anders aussah sieht man in der Gesamtbetrachtung des Papiers. Das Schlusswort des Dokumentes ist aber auch von Ermutigung getragen: „Der für unsere Epoche charakteristische Wandlungsprozeß der Stellung der Frau in Gesellschaft und Kirche – mit all seinen Chancen und Gefahren – ist in besonderer Weise eine Herausforderung für die Kirche und die christlichen Frauen in unserer Zeit. Wir Bischöfe sind uns bewußt, wie sehr die Gestaltung des christlichen Lebens im privaten wie im öffentlichen Bereich von der Glaubensstärke und dem Engagement der Frauen abhängt. Wir danken allen Frauen dafür und möchten sie auffordern, alle neuen Möglichkeiten der Mitarbeit und Mitverantwortung in Kirche und Gesellschaft wahrzunehmen. Diese Aufforderung ist getragen von der Hoffnung und dem Wunsch, „daß die christlichen Frauen sich der Größe ihrer Sendung voll bewußtwerden. Ihre Aufgabe ist heute von höchster Bedeutung sowohl für die Erneuerung und Vermensch- lichung der Gesellschaft als auch dafür, daß die Gläubigen das wahre Antlitz der Kirche wieder neu entdecken“ („Inter insigniores“, Verlautbarungen des Apost. Stuhles, Nr. 3, Seite 20), jenes Antlitz der Kirche, das uns gerade in der Berufung und Haltung Marias, dem Urbild der Kirche, für unsere Teilnahme am Erlösungswerk Christi für alle Zeiten richtungweisend wurde.“
Beitrag im aktuellen Dialogprozess
"Wir möchten auf diese Weise unseren Beitrag dazu leisten, an diesen wichtigen Text zu erinnern, gerade auch im Kontext des Dialogprozesses“, erläutert Karin Kortmann, Vizepräsidentin des ZdK.
Das ZdK hatte deshalb alle ihn im vertretenen Frauen eingeladen, „ihre beglückenden und bedrängenden Erfahrungen in ihrem Engagement in Familie und Beruf, in Pfarrgemeinden, Räten und Verbänden sowie grundsätzliche und weiterführende Überlegungen zum Bischofswort“ zu formulieren. "Ich freue mich sehr über die vielen eingesandten Beiträge, die vom unverzichtbaren Engagement von Frauen in unserer Kirche und in der Gesellschaft zeugen", betont Karin Kortmann.
Die Texte sind sehr unterschiedlich und sehr persönlich gehalten. Den Anfang machte gestern Luisa Costa Hölzl eine kirchlich und gesellschaftlich engagierte Frau aus München. In den nächsten Tagen werden Statements von Karin Kortmann, Claudia Lücking-Michel, Barbara Stamm, Hildegard Müller und Julia Klöckner zu lesen sein.
In dem ersten Text beschreibt Luisa Costa Hölzl die Erfahrungen aus ihrer Hauskirche Familie. „Aus der Erfahrung als Vorsteherin meiner Hauskirche fühlte ich mich fähig, auch über die Familie hinaus mich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Dennoch stellte ich fest, dass dies nur bis zu einem gewissen Punkt erwünscht war. Auch merkte ich, dass Kirchenleitungen in ihrem Handeln und ihren Verlautbarungen wenig bis gar nicht auf diesen Schatz der Hauskirchen, auf das dort Erlebte und Erprobte, zurückgreifen. Es ist übrigens lächerlich, wenn z.B. ein junger 30jähriger Kaplan glaubt, mir als erfahrener Mutter, die diakonisch und priesterlich in ihrer Hauskirche wirkt, etwas vorschreiben zu müssen“, merkt die Münchnerin durchaus kritisch an. Einen Vorschlag zur praktischen Priesterausbildung fügte sie gleich an: „Vor kurzem erfuhr ich, ein junger Priester würde eine dreijährige Ausbildung in Familienpastoral machen. Er wird sicherlich viel Theorie lernen. Ich würde ihm empfehlen, ein Jahr lang bei und mit einer Familie zu leben!“