Erzbischof von Berlin, Erzbischof Dr. Rainer Maria Woelki, und Prof. Pater Dr. Karl Josef Becker SJ, Dogmatikprofessor an der Päpstlichen Universität Gregoriana, sind die beiden Deutschen unter den 22 neuen Kardinälen, die Papst Benedikt XVI. am Epiphanietag benannt hat. Am 18. Februar wird ihnen bei einem öffentlichen Konsistorium im Vatikan die Kardinalswürde übertragen.
Hohe Wertschätzung
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch freut sich mit den neuen Kardinälen über das „außerordentliche Zeichen der Wertschätzung des Heiligen Vaters“. In Bezug auf Woelki bedeute dies, dass der Papst ihn bereits nach so kurzer Zeit den Erzbischof von Berlin in den Kardinalsstand erhebe.
Augenblicke: Die neun Kardinäle Deutschlands
„Die Berufung zum Kardinal ist zugleich eine besondere Würdigung für Dein Erzbistum, das in hervorragender Weise Gastgeber für den Heiligen Vater im September vergangenen Jahres war“, so Zollitsch. Der Berliner Erzbischof nehme eine wichtige Funktion als Erzbischof der Hauptstadt wahr. „In kürzester Zeit hast Du dort das Vertrauen der Gläubigen, aber auch vieler Vertreter des politischen und gesellschaftlichen Lebens gewonnen. Es ist gut, dass Berlin wieder einen Kardinal zum Erzbischof hat.“ Das Kardinalsbirett sei zugleich eine Auszeichnung für die ganze Kirche im Erzbistum.
Unerwartete Ehre
Auch Rainer Maria Woelki freut sich über die Ernennung, die zu diesem frühen Zeitpunkt nicht von jedem Kenner der Kirchenszene erwartet worden war. „Dass der Heilige Vater mich in das Kardinalskollegium berufen hat, ist für mich, aber auch für das Erzbistum Berlin und die katholische Kirche in Deutschland eine große Ehre“, erklärte Woelki. Damit würdige Papst Benedikt nur wenige Monate nach seinem Besuch im Erzbistum Berlin auch die Bedeutung von Berlin als der deutschen Hauptstadt und Sitz der Bundesregierung. „Ich nehme es auch als Ermutigung für alle Katholiken, die in der Diaspora leben. Ich muss gestehen, dass ich die Ernennung so kurz nach den ereignisreichen ersten Monaten in Berlin nicht erwartet hatte.“
Würdigung im Alter
Während Woelki mit 55 Jahren das jüngste Mitglied im Kreise der Purpurträger sein wird, wird dem zweiten Deutschen die Ehre erst spät zuteil. Karl Josef Becker, der lange Jahre als Wegbegleiter dem heutigen Papst auch als Berater der Glaubenskongregation zur Seite stand, wird an einer Papstwahl nicht mehr teilnehmen dürfen. Er hat die Altersgrenze hierfür bei seiner Ernennung bereits um drei Jahre überschritten. Mit der Kardinalswürde dankt ihm Benedikt XVI. auch für seine geleistete theologische Arbeit. „Mit großer Präzision haben Sie vielen Studentengenerationen die entscheidenden Traktate der Theologie erschlossen und zugleich dem Apostolischen Stuhl in zahllosen Fragen als zuverlässiger Berater zur Verfügung gestanden“, würdigte Zollitsch das Wirken des neuen Kardinals.
Neun aus 214
Künftig wird gibt es nun neun deutsche Kardinäle unter den 214 Purpurträgern geben. Neben Becker und Woelki sind das Walter Brandmüller (83), Paul Josef Cordes (77) und Walter Kasper (78), der Mainzer Karl Lehmann (75), Reinhard Marx aus München (58), Joachim Meisner, Köln (78), sowie Friedrich Wetter (83).