"Wir werden uns wiedersehen und euer Herz wird sich freuen. Und eure Freude wird euch niemand nehmen."
Ein Antiphon aus unserer Karliturgie, den Sr. Elisabeth immer gerne vor sich hin gesungen hat. Vor allem in der letzten Zeit. Jetzt ist Sr. Elisabeth nach schwerer Krankheit viel zu früh gestorben. Und wir haben diesen Vers für sie in der Auferstehungsmesse gesungen. In unsere Trauer hat sich Hoffnung gemischt: dass wir uns wiedersehen werden … in Freude. Meine Mitschwester hat diese Hoffnung und Vorfreude durch ihre Schmerzen des Abschieds und der Krankheit getragen. Für mich war sie in diesem Jahr eine Ostererfahrung.
Bald feiern wir das Fest Christi Himmelfahrt. Und das bedeutet nichts anderes als Abschied von Jesus. Abschied von seiner sichtbaren Erscheinung, kein Jesus mehr zum Anfassen, zum Be-greifen. Allein das Herz zeigt uns Jesus, lässt ihn fühlbar werden. Von mir selbst weiß ich, dass ich nach dem Tod eines lieben Menschen sehr schnell Abschied von seinem Körper nehmen kann. Für mich ist er dann auch eher „zum Himmel aufgefahren“ als in der Erde vergraben.
Denn dieser Gedanke hebt meinen Kopf nach oben – lässt ihn nicht traurig hängen, wenn auch mein Herz sich meist ganz schwer anfühlt. Von daher haben für mich Friedhöfe nicht die Bedeutung wie für viele andere. Bei mir ist sehr schnell klar: Der Mensch lebt weiter bei Gott. Wenn ich erst einmal durch meinen Abschiedsschmerz hindurch bin, dann werde ich ihn/ sie wiedersehen, in Freude, in Erinnerung, in liebevollem Wissen um die Beständigkeit von Beziehung. Die Ostergeschichten werden weiter geschrieben, denn Jesus, der gestorben und auferstanden ist, lebt weiter, wenn unser Herz ihn nur erkennt.