Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Freude teilen

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Impuls

Ein bisschen Karneval für die Kirche

Heute bin ich in Exerzitien gefahren. Ich hatte allerdings nicht daran gedacht … es ist Altweiber! Und ausgerechnet heute wollte ich über Köln fahren! Der Zug quoll über von kostümierten Menschen. Zum Glück war ich früh genug da und hatte einen Sitzplatz. Nachher konnte man nur dicht gedrängt stehen, und bei jedem Halt wollten noch mehr Menschen in den Zug. Hilfe! Für die Strecke von einer Stunde habe ich über drei gebraucht. Aber lustig war es! Es wurde gesungen und die Menschen waren fröhlich. Mir wurde sogar etwas zu trinken und zu essen angeboten, ich konnte nicht sauer sein.

Der Zug war voller Menschen, die miteinander etwas zu tun haben wollten. Eine schöne Erfahrung, auch wenn ich froh bin, endlich hier, an diesem abgeschiedenen Ort zu sein und in diesem Jahr Karneval nicht zu feiern.

Es macht mich nachdenklich, warum wir solch ein Fest benötigen, um einander fröhlich zu begegnen, Essen und Trinken zu teilen und uns sogar in den Arm zu nehmen. Jetzt komme ich gerade aus der Kirche, und meine Nachbarin hat mich noch nicht einmal angeschaut. Dabei hätten wir doch auch Grund zur Freude, und wir haben mehr gemeinsam als eine gemeinsame Tradition. Wir sind doch Kinder Gottes, Geschwister. Vielleicht waren deshalb viele Plätze in der Kirche frei geblieben. Weil die Erfahrung von Miteinander fehlt?

Freu dich, so oft es geht – und zeige es

Am Veilchendienstag werde ich wieder zurück fahren. Vielleicht werde ich wieder dieses Karnevals-Miteinander erleben. Und dann wünsche ich mir, dass am Aschermittwoch zwar das Feiern aufhört, aber dass das tiefere Miteinander seine „Hoch-Zeit“ hat. Ich jedenfalls nehme mir vor, einen Funken vom Karnevals-Erleben mit in diese Zeit zu nehmen: Freu dich, so oft es geht, und zeige es auch; sei offen zu deinem Gegenüber; wage es, auch einmal etwas von deinem Erleben, deinem Sein und deinem Besitz weiterzugeben.

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