Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Geschenkte Schneestille

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Samstag, 11. Februar 2012 Anselm
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Impuls

Geschenkte Schneestille

Es gibt eine Stille, die körperlich fühlbar ist. Ich habe sie schon einige Male gespürt und ich liebe sie. Die Art der Stille, die  selten ist und kostbar, eben nicht leicht zu finden in unserer lauten Welt. Zuletzt war sie plötzlich da während eines Skiurlaubes. Ich machte eine lange Talabfahrt und fuhr Kurve um Kurve hinab. Hinter einer dieser Kurven bog ich in ein Seitental ein und hörte … nichts mehr. Abso­lute Stille. Alle Geräusche von außen wurden von den Bergen und von der dicken Schneeschicht völlig geschluckt. Das war so überwältigend, dass ich mich einfach in den Schnee geworfen und die Stille genossen habe. Lange lag ich so da, und nach und nach spürte ich, dass auch die inneren Stimmen in mir langsam verstummten. Die, die so laut reden und schreien, selbst wenn ich schweige. Und dann war mir Gott auf einmal ganz nahe. Der Gott, der in der Stille spricht, ganz leise. Eine Stimme, die in meinem hektischen und lauten Alltag allzu oft übertönt wird. Das war ein Stück Himmel, mitten im Schnee.

Der Februar ist für mich ein stiller Monat, mal ab­gesehen von der turbulenten Karnevalszeit. In der Natur regt sich nicht viel, es gibt keine besonderen Fest- oder Feiertage. Und manchmal liegt sogar Schnee. Ein Schnee, der alles zudeckt, was unruhig macht. Da sieht selbst eine Müllhalde weiß und schön aus. Dann kann ich sie manchmal sogar bei uns finden, diese Stille. Wenn ich noch am späten Abend einen Spaziergang mache, im frisch gefallenen Schnee, über die Felder. Ich hoffe, dass ich diese Schneestille auch in diesem Jahr geschenkt bekomme. Vielleicht wird sie ja auch Ihnen geschenkt, wenn sie aufmerksam lauschen, in die Stille horchen und sie sich schenken lassen.

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