Einige Jahre habe ich in Skandinavien gelebt. Der Juni war die Zeit der kurzen Nächte, in denen der Himmel kaum richtig dunkel wurde und der Tag scheinbar nicht zu Ende ging.
Eine wunderbare Zeit für mich, die ich immer geliebt habe, auch wenn es gewöhnungsbedürftig war, bei Sonnenschein zu Bett zu gehen und dann aufzustehen, wenn die Sonne schon hoch am Himmel stand.
Der Sommer ist für mich bis heute eine Quelle der Kraft und Grund zur Freude, nicht zuletzt weil er so voller Licht, so hell ist. In einem Lied, in welchem die Kinder unserer Kinderdörfer den Himmel beschreiben, heißt es in einer Strophe: „Und im Himmel kann man es ganz deutlich sehen: unsere Sonne, die ist Gott selbst, wenn er lacht. Dieses Leuchten lässt die Traurigkeit vergehen, denn im Himmel gibt es keine dunkle Nacht.“
Der Traum vom Himmel, ist nicht nur bei Kindern ein Traum vom Licht, von einem Ort, wo keine Dunkelheit und nichts, was uns bedroht oder Angst macht, zu finden ist. Ein Ort, wo sommerliche Eigenschaften herrschen: Wärme und Licht. Auch in dem Buch von Astrid Lindgren „Die Brüder Löwenherz“ kommt der kleine „Krümel“ nach seinem Tod in ein frühsommerlich blühendes Tal. Diese Bilder leben in den Köpfen vieler Menschen, sie wärmen innerlich und halten die Hoffnung aufrecht, wenn Dunkelheiten den Alltag verdüstern. Der Himmel ist nichts, was auf das Leben nach dem Tod verschoben werden muss. Jetzt und hier ist Himmel, wenn wir die Lichtseiten des Lebens erkennen und leben. Wenn wir selbst Wärme und Licht durch unser Sein und Tun verbreiten und so Dunkelheit menschlicher Traurigkeit und Elend vertreiben. Himmel ist da, wo wir Gott nahe sind und IHN mit seinem Licht in uns wirken lassen.
In diesem Sinne wünsche ihnen einen himmlischen Sommermonat!
Ihre Sr. Jordana