Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Von Engeln und Eseln

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Von Engeln und Eseln

Von Engeln und Eseln

Was haben Engel und Esel gemeinsam?

Auf den ersten Blick nichts. Der Esel ist ein Tier, erdverbunden, störrisch, belastbar. Der Engel ist ein Himmelsbote, leicht, voller Licht, mit Gott verbunden, sein Botschafter. In der Geschichte von Bileam, dem Propheten des Alten Testaments, treffen beide aufeinander. Bileam soll einen Auftrag ausführen. Das tut er jedoch nur mit großem Widerwillen. Bei dem Ritt auf seinem Esel bleibt dieser dreimal stehen, ist störrisch und will nicht weitergehen. Bileam schlägt auf den Esel ein, will ihn zum Weitergehen zwingen. Nach dem dritten Mal fängt der Esel zu sprechen an und beschwert sich bei Bileam: „Warum schlägst du mich? Dreimal habe ich dich beschützt!“… Und dann sieht Bileam ihn, den Engel, der mit einem Flammenschwert mitten auf dem Weg steht. Der Esel hat durch seinen „Dickkopf“ Bileam dreimal vor dem Zorn Gottes gerettet. Wir haben jetzt einen richtigen Esel im Kinderdorf. Vielleicht sollte ich mich ab und zu mal auf ihn draufsetzen und schauen, wovor er mich bewahrt. Vor welchem Stress, etwas erreichen zu müssen, vor welcher falschen Entscheidung? Welche Geduld würde er mich lehren und welche Sanftmut?

Was kann mich der Hornochse lehren?

Und vielleicht ist so mancher Dickkopf und Quertreiber in meinem Alltag jemand, der mich, wie der Esel bei Bileam, auf den Boten Gottes aufmerksam macht. Mich vor mancher Torheit bewahrt und durch das Innehalten müssen auf neue Wege bringt. Wege, die das Herz und den Geist wieder auf das Eigentliche ausrichten, auf mein Leben mit Gott und nach Gottes Weisungen. Ich wünsche mir offene Augen und ein offenes Herz, um in den ganzen Unzulänglichkeiten und Hindernissen, den „Eseln“ und „Hornochsen“ in mir und um mich herum, Gottes Botschaft zu erkennen. Denn manchmal sind Engel und Esel ganz dicht beisammen!

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