Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Wahl des Vertrauens

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Wahl des Vertrauens

Wahl des Vertrauens

Nett lächelnde Männer oder kompetent blickende Frauen begleiten mich schon seit Wochen. Sie alle werben um mein Vertrauen oder, ehrlicher gesagt, um meine Stimme bei der Wahl. Vertrauen ist das große Wort in diesem Wahljahr. Vertrauen in die Zukunft, in die Wirtschaft, in die Politik. Das macht die Wahl nicht einfach. Denn was steht hinter dem Versprechen? Kenne ich den Menschen auf dem Plakat wirklich?

Vertrauen ist ein Gefühl, dass erworben werden muss. Die Zeit des kindlichen Urvertrauens  ist längst vorbei. Jetzt brauchen wir dafür vertrauenswürdige Taten, Kompetenz und Ehrlichkeit. Authentische Menschen haben mein Vertrauen. Die, die mir nichts versprechen, was zu groß ist. Die, die mir ehrlich sagen, wie es ist, aber versprechen, all ihre Kraft für mich einzusetzen. Mir geht die Aufforderung aus dem Buch Deuteronomium durch den Kopf: „Du sollst deinen Gott lieben – aus ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Kräften“ (Dtn 6,5). Solche Menschen, die sich mit ganzer Kraft, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele für Menschen einsetzen, denen mag ich mein Vertrauen schenken … und meine Stimme.

Schwächen gehören zum Mensch dazu. Damit kann ich leben, so lange ich spüre: Dieser Mensch setzt sich mit all seinen Kräften dafür ein, dass es gerecht zugeht bei uns. Auch dazu finde ich ein Bild in der Bibel – vom guten Hirten (Ez 34;11,16): Die Verletzten will ich verbinden, die Schwachen kräftigen, die Fetten und Starken behüten. Bei uns gibt es genügend, was verletzt ist, schwach und arm, und es gibt auch die Reichen und Mächtigen.

Ich werde es nicht leicht haben bei dieser Wahl, und ich kann nur bitten „komm Heiliger Geist“, damit ich nicht nur die richtige Wahl treffe, sondern auch die­jenigen gestärkt werden, die sich dann hoffentlich als vertrauenswürdig erweisen. 

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