Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Vaterunser beten

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Samstag, 11. Februar 2012 Anselm
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Vaterunser beten

… und führe uns nicht in Versuchung?

Jedes Mal, wenn ich das Vaterunser bete, fällt es mir schwer, den Satz „und führe uns nicht in Versuchung“ auszusprechen. Ich frage mich dann, ob es sein kann, dass Gott mich in Versuchung führt, das ist doch eigentlich Sache des Teufels. Interpretiere ich den Satz einfach nicht richtig, oder liegt vielleicht ein Übersetzungsfehler vor? Ich würde mich wohler fühlen, wenn es heißen würde „und führe uns in der Versuchung“.
Dietlinde Q. (65), Bad Bergzabern

Die Exegeten haben Ihre Bedenken immer wieder diskutiert. Im Jakobusbrief steht sehr klar, dass Gott uns nicht in Versuchung führt. Es ist vielmehr die eigene Begierde, die uns in Versuchung führt. Es gibt viele Versuche, dieses Wort anders zu übersetzen: „Lass uns nicht in die Versuchung hinein geraten.“ Der griechische Text heißt aber nun mal: „Führe uns nicht in Versuchung.“ In der Bitte, dass Gott uns nicht in Versuchung führen möge, klingt nicht mit, dass Gott uns sonst in die Versuchung führt. Es ist einfach die Bitte, dass er uns davor bewahren möge, in die Versuchung hinein zu geraten und darin zu fallen.

Auch das Wort Versuchung wird in der geistlichen Tradition verschieden interpretiert. Die frühen Mönche meinen, die Versuchung gehöre zum Menschen. Sie mache ihn bewährt. Sie stärkt gleichsam die Wurzel seines Lebensbaumes, damit der Baum stärker und fester werden kann. Man könnte dann Versuchung auch mit Anfechtung übersetzen. Die Versuchung, von der das Vaterunser spricht, ist jedoch die innere Verwirrung, die Verwirrung in unserem Herzen. Gott möge uns davor bewahren, dass wir auf der Suche nach Gott in Verwirrung geraten und so an uns selbst und an Gott vorbei leben.

Ihr Pater Anselm Grün

 

Die Kommentare der Liborius-User:


von Liza

am Samstag, 28. Januar 2012

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am Samstag, 28. Januar 2012

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von Lazerus

am Mittwoch, 9. November 2011

Der Frieden und die Liebe des Herrn Jesus Christus der Sohn Gottes sei mit euch. Also Dennis verstehe ich das richtig. Jeder der einen Garten hat in dem nicht nur Planzen bzw. Bäume wachsen deren Früchte Man bzw. Frau nicht essen kann ist ein "Fallensteller" bzw. beabsichtigt seine Kinder zu meucheln ? Oder genauer gesagt jeder der Kinder hat und einen Garten ( lassen wir die Giftigen Planzen ausserhalb des Gartens einmal weg, wo einem niemand sagt diese und diese Planze sei giftig) beabsichtigt seine Kinder zu ermorden ? Noch dazu wen er seinen Kindern sagt esst bloß nicht von den giftigen Tollkirschen, sonst müsst ihr ganz bestimmt sterben. Aber Adam und Eva waren keine Kinder sondern Erwachsene. Ich weiß nicht ob dir bewusst ist, wie hoch die Lebensspanne der ersten Menschen war.

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von Thomas Berger

am Montag, 23. Mai 2011

Gott führt den Menschen niemals in Versuchung, wie es an anderer Stelle in der Bibel heisst. Vielmehr liegt eine Fehlübersetzung schon in den frühen Christen-zeiten vor. Korrekt übersetzt aus den griech.Urtexten heisst es: "... führe uns IN den Versuchungen..", was ja auch Sinn macht!

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von Marcolino

am Dienstag, 27. Oktober 2009

Wenn wir die von Dennis genannten Stellen aus der Bibel heranziehen, so scheint es tatsächlich als sei es Gott der uns "prüft" und uns in Versuchung führt. Jedoch ist es meiner Meinung nach nicht ganz so einfach. Wir müssen uns vor Augen führen, dass die Wahrheiten in den Geschichten aus der Bibel immer auch bildlich zu verstehen sind und nicht nur wörtlich. Was die Geschichten, die Dennis genannt hat, in ihrem Kern also ausdrücken sollen,ist meiner Meinung nach, dass es letztlich der Mensch ist, der sich für das Gute oder das Schlechte entscheidet. Wir werden in unserem Leben ständig "geprüft" sozusagen, da wir als Christen ständig das gute tun sollen und das schlechte meiden sollen. Somit wird jede Situation zur Prüfung. Jedoch ist es nicht so, dass Gott uns in dem Sinne prüft als dass er uns Böses antut. Die Geschichten versuchen also die Welt zu erklären. Sie versuchen zu erkllären warum wir uns ständig für das Gute oder Schlechte entscheiden müssen. Wir sind also in jeder Situation gefordert uns für Gott (Die Liebe) zu entscheiden. Gott versucht uns somit in jeder Situation. Der Mensch soll sich jedoch für Gott entscheiden weil er auf ihn hin geschaffen ist.

Grüße Marco

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von Dennis

am Dienstag, 29. September 2009

Nein, das ist nicht ganz richtig. Gott prüft die Menschen auch! Es begann schon im Paradies. Er schuf den Baum des Lebens und den Baum von Gut und Böse und erklärte dies Adam und Eva. "Von allen Bäumen sollt ihr essen, nur von diesen beiden nicht." Damit führte er Adam und Eva in Versuchung, und als die Schlange erschien und ihre geschickten Fragen stellte, gaben die beiden sofort nach. Das hätten sie nicht tun können, wenn Gott selbst nicht vorher die Falle aufgestellt hätte. - Es gibt noch mehr Beispiele. Zum Beispiel als Gott Abraham befahl: "Du sollst dein eigenes Kind ermorden." Beinahe hätte Abraham es getan! Ein Menschenopfer ist schon schlimm genug, aber ein Kind, und noch dazu das eigene? Auch hier hat Gott Menschen in die Versuchung geführt.

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