Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Wie betet man? Gibt es eine Anleitung zum Beten?

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Donnerstag, 9. Februar 2012 Anna Katharina Emmerick
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Wie betet man?

Wie betet man?

"Lasst uns beten wie der Herr uns zu beten gelehrt hat", heißt es vor dem Vaterunser. Aber was ist mit dem ganz persönlichen Gebet zu Gott? Darf es umgangssprachlich sein? Müssen wir die Hände falten? Eine wirkliche "Anleitung" zum Beten gibt es nicht, weil Beten etwas sehr Persönliches und Intimes ist. Blicke, Gesten, Worte, Taten – alles kann Gebet sein. Schon ein Seufzer kann, wenn wir unsere Zuwendung zu Gott in ihn hineinlegen, eine Art von Gebet sein. Mit der Bibel kann man beten, gemeinsam mit den Kindern aber auch in der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit.

Warum beten?

Vier Minuten betet jeder Deutsche durchschnittlich am Tag. Aber warum? Psychologen antworten: weil sie Angst haben. Kirchelehrer wie Augustunus antworten: weil der Mensch sich selber nicht genügt. Und ganz normale Gläubige antworten: weil sie daraus Kraft, Zuversicht und Gottvertrauen schöpfen.

Die richtige Atmosphäre

Beten kann man immer und überall. Am besten ist, feste Zeiten für das Gebet einzuführen und eine ruhige Atmosphäre zu schaffen: Fernseher und Radio aus, vielleicht steht eine Kerze auf dem Tisch.

Mit eigenen Worten

Beten mit eigenen Worten ermöglicht, den Alltag der Familie ins Gebet aufzunehmen. Hilfreich kann die liturgische Form des Gebets sein: Anrede – Dank – Bitte – Schluss. Diese Struktur bewahrt davor, Gott nur mit Bitten und Wünschen zu überhäufen. Wenn die Gedanken beim Beten abschweifen, hilft es, diese Zerstreuung mit ins Gebet aufzunehmen. Viele Katholiken richten ihre Gebete auch an die Muttergottes oder an die Heiligen. Diese Gebete sind eine Bitte um Fürsprache beim dreieinigen Gott.

Mit Kindern

In der Familie ist es schön, dem Gebet eine feste Form zu geben: sich an den Händen fassen, ein Gebetswürfel, das Kreuzzeichen auf der Stirn der Kinder. Mit einer Kinderbibel lassen sich Kinder auch gut auf das Beten einstimmen. Eine mögliche Struktur: Dank für die schönen Ereignisse – Bitte um Hilfe für das, was nicht gut war – Abschluss mit Kreuzzeichen. Sollten die Kinder einmal keine Lust haben, sollte man sie nicht zum Beten zwingen. Halten Sie aber an dem Ritual fest und sprechen zum Beispiel allein das Gebet vor dem Essen.



Was bedeutet welche Handhaltung?

Gefaltete Hände

Die Hände falten die Christen seit dem 9. Jahrhundert. Der Betende drückt aus, dass er Gott seinen Dienst anbietet und sich seinem Willen unterwirft

 


Verschränkte Hände

 

Diese Haltung bedeutet, sich in den Willen Gottes zu ergeben. zugleich drückt sie Sammlung aus und ein Beten, in dem der Betende mit Gott ringt

 


Hände vor dem Gesicht

Das ist eine gute Form, mit sich und Gott allein zu sein. Die Gebärde hilft dem Betenden, sich zu sammeln, um mit seinem Herzen ganz bei Gott zu sein

 


Gekreuzte Arme

Der Betende macht sich bewusst, dass er sein eigenes Kreuz zu tragen hat und vor sich selbst nicht davonlaufen kann. Voll Vertrauen überlässt er sich Gott

 


Geöffnete Arme

Mit der Orantehaltung kann der Betende Gott loben und preisen, innere Weite und Freiheit spüren. Er ist nicht mehr auf sich fixiert, sondern schaut auf Gott

 

 

Wie betet der Papst?

Gott erhört unsere Gebete – aber anders als wir uns das erwarten, ist Benedikt XVI. überzeugt. Das beste Gebet ist für ihn jenes, das Gott lobt und sich ihm vertrauensvoll überlässt. Jesus etwa sei von seinem Vater erhört worden, als er ihn anflehte, "ihn aus dem Tod zu retten". Es blieb ihm aber nicht die Kreuzigung erspart, sondern etwas viel Unfassbareres trat ein: die Auferstehung.

Benedikt XVI. betet sehr gerne knieend – aber auch gehend: Es symbolisiert das Unterwegssein zu Gott. Der Papst betet angeblich jeden Tag beim Spaziergang den Rosenkranz – aber nicht unbedingt einen auf einmal: "da bin ich ein zu unruhiger Geist".

 

 

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