"Lasst uns beten wie der Herr uns zu beten gelehrt hat", heißt es vor dem Vaterunser. Aber was ist mit dem ganz persönlichen Gebet zu Gott? Darf es umgangssprachlich sein? Müssen wir die Hände falten? Eine wirkliche "Anleitung" zum Beten gibt es nicht, weil Beten etwas sehr Persönliches und Intimes ist. Blicke, Gesten, Worte, Taten – alles kann Gebet sein. Schon ein Seufzer kann, wenn wir unsere Zuwendung zu Gott in ihn hineinlegen, eine Art von Gebet sein. Mit der Bibel kann man beten, gemeinsam mit den Kindern aber auch in der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit.
Warum beten?
Vier Minuten betet jeder Deutsche durchschnittlich am Tag. Aber warum? Psychologen antworten: weil sie Angst haben. Kirchelehrer wie Augustunus antworten: weil der Mensch sich selber nicht genügt. Und ganz normale Gläubige antworten: weil sie daraus Kraft, Zuversicht und Gottvertrauen schöpfen.
Die richtige Atmosphäre
Beten kann man immer und überall. Am besten ist, feste Zeiten für das Gebet einzuführen und eine ruhige Atmosphäre zu schaffen: Fernseher und Radio aus, vielleicht steht eine Kerze auf dem Tisch.
Mit eigenen Worten
Beten mit eigenen Worten ermöglicht, den Alltag der Familie ins Gebet aufzunehmen. Hilfreich kann die liturgische Form des Gebets sein: Anrede – Dank – Bitte – Schluss. Diese Struktur bewahrt davor, Gott nur mit Bitten und Wünschen zu überhäufen. Wenn die Gedanken beim Beten abschweifen, hilft es, diese Zerstreuung mit ins Gebet aufzunehmen. Viele Katholiken richten ihre Gebete auch an die Muttergottes oder an die Heiligen. Diese Gebete sind eine Bitte um Fürsprache beim dreieinigen Gott.
Mit Kindern
In der Familie ist es schön, dem Gebet eine feste Form zu geben: sich an den Händen fassen, ein Gebetswürfel, das Kreuzzeichen auf der Stirn der Kinder. Mit einer Kinderbibel lassen sich Kinder auch gut auf das Beten einstimmen. Eine mögliche Struktur: Dank für die schönen Ereignisse – Bitte um Hilfe für das, was nicht gut war – Abschluss mit Kreuzzeichen. Sollten die Kinder einmal keine Lust haben, sollte man sie nicht zum Beten zwingen. Halten Sie aber an dem Ritual fest und sprechen zum Beispiel allein das Gebet vor dem Essen.
Was bedeutet welche Handhaltung?