Nach der Lehre der Kirche können Engel unseren Alltag beeinflussen. Der Glaube an die Schutzengel drückt genau das aus. Schutzengel müssen keine Retter in langen Gewändern mit goldenen Flügeln sein.
Aber es reicht auch nicht zu sagen, dass irgendwelche Mächte wirken. Im Christentum werden Engel als Personen aufgefasst, die sich von Menschen unterscheiden. Aber auch sie haben Persönlichkeit, eine Identität.
Dazu gehört es, einer bestimmten Klasse von Engeln anzugehören.
Schon immer wurden Engel in eine Hierarchie eingeordnet. Der berühmteste Versuch stammt von dem Gelehrten Dionysius Areopagita. Er schrieb im 6. Jahrhundert seine legendäre „Himmlische Hierarchie“: Die Engel ganz oben sind fast direkt bei Gott. Ihre Aufgabe ist der Lobpreis Gottes, wie es die zweite Strophe des berühmten „Großer Gott wir loben Dich“ beschreibt: „Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphim stimmen dir ein Loblied an.“
Engel sind ein Zeichen dafür, dass Gott uns nicht alleine lässt
Die Engel auf der untersten Stufe sind dagegen ist am weitesten von Gott entfernt – und trotzdem nicht weniger wichtig.Im Gegenteil, sie sind uns Menschen bedeutender als Cherubim und Seraphim.Schutzengel, die ganz unten in der Hierarchie stehen, prägen am ehesten unser Leben. Das zählt für uns am meisten und ist daher auch das Wichtigste am Engel-Glauben: Engel sind Gestalten der Liebe und Güte Gottes. Es mag helfen, wenn manüber ihre genaue Beschaffenheit nachdenkt. Am Ende aber zählt vor allem das, was der Psalm 91 beschreibt: „Dir begegnet kein Unheil, kein Unglück naht deinemZelt. Denn er (Gott, Anm. d. Red.) befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie tragen dich auf ihren Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.“
An Engel glauben, heißt letztendlich auch an die Liebe und Hilfe Gottes glauben. Sie sind Zeichen dafür, dass Gott uns nicht alleine lässt. So wie es Papst Benedikt
XVI. ausdrückt: „Ein Engel ist der persönliche Gedanke, mit dem mir Gott zugewandt ist, und so der Ausdruck da für, dass Gott auch um mich ganz unmittelbar bekümmert ist.“
Simon Biallowons