Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Wie finden wir das Paradies

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Geistreich

Foto: Getty Images


Wie finden wir das Paradies?

Im Paradies war alles gut. Deshalb wollen viele Menschen dorthin zurück. Dabei ist das Paradies gar kein Traumziel für uns. 

Schon immer suchten die Menschen nach dem Paradies, natürlich ohne Ergebnis. Vor drei Jahren allerdings behauptete der britische Archäologe David M. Rohl, dass das Paradies im Gebiet des heutigen Iran gelegen habe. Er verwies auf die Paradiesflüsse in Gen 3,10-14 und identifizierte drei davon als Nil, Euphrat und Tigris.

Wo lag das Paradies?

Andere Forscher sahen in der Vertreibung aus dem Paradies ein Symbol für den Übergang vom Sammler zum Ackerbauern – die ältesten Spuren, die auf den Ackerbau hinweisen, sind ebenfalls nahe des Euphrats im Bereich der Osttürkei und des Irans zu finden. Die seriöse Bibelforschung Erklärungsversuche lehnt solche Erklärungsversuche ab.

Was ist das Paradies?

Wir sind häufig mit Anstrengung, Krankheit und natürlich dem Tod konfrontiert. Das ist seltsam. Denn in der Bibel steht, dass Gott eigentlich alles gut und die Erde als Paradies geschaffen hat. Der Mensch befand sich im so genannten „Urstand“. Das bedeutet: Er musste vor nichts Angst haben. Vor keiner Krankheit, vor keiner Bedrohung. Seinen Lebensunterhalt musste er sich nicht hart verdienen.

Warum ist Eden nicht das Paradies?

Eden und das Paradies sind nicht das Gleiche. Denn in der Bibel steht:„Dann legte Gott, der Herr, in Eden, im Osten, einen Garten an und setzte dorthin den Menschen, den er geformt hatte.“ Das bedeutet: Der Garten in Eden ist das Paradies, nicht der Ort Eden an sich. Das Wort „Eden“ kommt nämlich ursprünglich aus dem Sumerischen und bedeutet in dieser Sprache einfach nur Steppe.   

Eva und der Apfel: die erste Sünde der Menschheit / Foto: Public Domain
Eva begeht die erste Sünde der Menschheit: Ihre Strafe ist die Vertreibung aus dem Paradies. Bild von Albrecht Dürer aus dem Jahr 1507.

Er lebte in völligem Frieden mit sich, seinem Partner und der Natur. Diesen Urstand hat der Mensch verloren, als er von den Früchten des verbotenen Baumes aß. Diese Allegorie aus dem Buch Genesis besagt: Gott hat die Welt perfekt geschaffen – der Mensch ist schuld, dass er nicht mehr in diesem Urstand lebt. So soll die Erzählung vom Paradies einmal erklären, weshalb es Leid auf der Erde gibt. Und sie soll zeigen, dass der Ursprung des Menschen gut ist und seine Zukunft (siehe unten) gut sein wird.

Kommen wir ins Paradies?

Viele hoffen auf das Paradies. In der Bibel findet sich immer wieder die Verheißung dieses Ortes. Jesus selbst verspricht einem der zwei Verbrecher, die neben ihm gekreuzigt werden: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Damit ist aber nicht das „verlorene“ Paradies gemeint, sondern das, was man Himmelreich oder Gottesreich nennt. In diesen Begriffen wird die Hoffnung des Menschen deutlich: ein Leben mit und bei Gott. Deshalb sagt Jesus im Johannesevangelium: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“

Der Himmel ist kein Ort, sondern in erster Linie ein bestimmter Zustand. Dieser Zustand ähnelt zwar dem, den der Mensch auch im Paradies hatte. Also ein Leben ohne Krankheit und Tod, versöhnt mit sich und anderen Menschen, und in einer ungestörten Verbindung mit Gott. Und dennoch: Es geht nicht um eine Rückkehr in alte Gefilde, sondern um eine ganz andere, ganz neue Art von Paradies – eben das Reich Gottes.

Gibt es ein Paradies auf Erden?

Nein. Trotzdem gab es gerade im Mittelalter diese Vorstellung. So war der Glauben an ein „neues Jerusalem“ weit verbreitet. Diese Vorstellung geht zurück auf eine Stelle aus der Offenbarung des Johannes. Dort wird das neue Jerusalem detailliert beschrieben. Diese Angaben sind sehr genau, von den zwölf Grundsteinen bis hin zu einer hundertvierundvierzig Ellen hohen Mauer. Während der Kreuzzüge diente der Traum vom neuen Jerusalem als Motivation für die Soldaten. Später griffen auch die Münsterschen Täufer diese Vorstellung auf. Mit dem Paradies aus der Genesis oder dem Himmelreich hat das jedoch nichts zu tun. Denn so sagt Jesus: „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.“

Simon Biallowons

 

Paradies entdeckt

Der Garten Eden ist uns durch den Sündenfall entrückt. Aber wohin? Letztlich ist das Paradies kein Ort, es sondern ein Zustand, meinen Theologen. Das Gefühl mit sich, Gott und der Welt im Einklang zu sein, kann ein einsamer Strand, ein mitreißendes Konzert, die Familie oder das geliebte Bett hervorrufen. Zeigen Sie uns Ihr persönliches Paradies und entdecken Sie andere himmlische Momentaufnahmen!

Paradiesischer Strand in Griechenland.
Einige Leser haben uns bereits ihr persönliches Paradies zugeschickt. Klicken Sie auf das Bild, um die Bildergalerie zu starten.



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