Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Zehn Gründe für den Zölibat

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Pro Zölibat

Zehn Gründe für den Zölibat

Aus der Sicht des Priesters | Aus der Sicht des Laien

Es ist leicht, Argumente gegen den Zölibat zu finden. Doch welche Argumente sprechen dafür? Wie lässt sich die Ehelosigkeit der Priester in der heutigen Zeit rechtfertigen? Der Augustinerpater und Lehrer Nikolaus Schachtner OSA nennt zehn persönliche Gründe, warum er sich für eine zölibatäre Lebensform entschieden hat

  

Foto: Augustiner

1. Jesus selbst lebt ehelos.

2. Keine Worte von uns Priestern können so stark sein wie diese Lebensform, mit der wir verdeutlichen wollen: Es gibt ein Himmelreich!

3. Ehelosigkeit ist nicht Beziehungslosigkeit. Es ist eine Art von Beziehung, die eine besondere Freiheit FÜR das Reich Gottes bedeutet.

4.
Die Spannung zwischen Zurückgezogenheit und Spiritualität, ständiger Fortbildung und Aktivität/Dienst lässt sich ohne familiäre Verpflichtungen auf ganz andere Weise ausloten.

5. Was am Priester anders sein muss, das darf allein anders sein von Jesus Christus her und um Jesu Christi willen.

6. Ehelosigkeit als Zeichen, Zeugnis und Widerspruch, die Anlass zur Auseindersetzung darstellen.

7. Solidarität mit den vielen Menschen, die sich diese Lebensform nicht ausgesucht haben, aber auf Grund ihrer Lebensumstände ehelos leben müssen. Als Ermunterung, dass auch in diesem Weg Sinnerfüllung steckt. So kann ein Priester zum Segen werden für ehelos Gewordene oder Gebliebene.

8. Zeichen, dass Gott die maßlose Liebe ist, die "genügt".

9. Ehelosigkeit für den Dienst an den Menschen bedeutet nicht Lieblosigkeit. Vielmehr ist es eine Erinnerung, dass in Nächstenliebe, Hingabe und Solidarität der Schlüssel zum Lebensglück liegt.

10. Abschießend ein Gebet von Helder Camara, das für mich so prägend war, dass es sogar auf meine Einladungskarte zur Weihe kam:

Foto: Augustiner

"Warum kommt ihr nicht, Kinder,
und berichtet mir von euren Spielen,
ihr Dichter,
und erzählt mir eure Träume,
ihr Irren,
und sprecht von eurem Wahn,
ihr Kranken,
und vertraut mir eure Leiden an,
Glückliche und Unglückliche,
Heilige und Sünder,
Junge und Alte,
Gläubige und Ungläubige,
Menschen und Engel,
Tiere und Pflanzen,
alle Geschöpfe
aller Welten?

Ich armseliger,
wenn ich allein
zum Altare Gottes steigen müsste."

Für mich drückt dieses Gedicht die ehelose Solidarität und Freiheit für den Dienst am Reich Gottes  so wunderbar aus.

Aus der Sicht des Laien

Wie verteidigen Laien den Zölibat? glaubenslust.de hat Gespräche mit Gläubigen geführt. Hier das "Best of" der Argumente von Katholiken, die für den Zölibat sind:

Foto: Augustiner

1. Eine glaubhafte Nachfolge Christi muss auch die Nachahmung seiner Lebensform bedeuten.

2. War Jesus ein trauriger, einsamer Mann, weil er nicht verheiratet war? Nein. Das unbedingte Vertrauen auf Gott kann gerade eine besondere Form der tiefen Lebensfreude bedeuten.

3. Ehe und Priestertum bedeuten beide ein gottgeweihtes Leben – mit seiner ganzen Lebensweise kann der Priester nicht auf beides setzen. Seine Hingabe wäre nicht mehr eindeutig, wenn er verheiratet wäre.

4. Was wäre, wenn der Priester die freie Wahl zwischen Zölibat und Ehe hätte? Domherr Christoph Casetti, Pressesprecher des Bistums Chur, sagte einmal in einem Interview mit kath.net: "Für den einzelnen Priester würde es schwieriger, sich für den Zölibat zu entscheiden und diese Entscheidung durchzuhalten, da mit einem Druck der Gemeinden zur Ehe hin zu rechnen wäre. Das jedenfalls war die Erfahrung der evangelischen Kirche."

5. Wir sind die Familie, die Pfarrkinder des Priesters! Es gibt niemanden zwischen uns. Er kann sich uns ganz widmen – und will ganz für uns da sein.

6. Natürlich gibt es auch praktische Vorteile: Es besteht nicht die Gefahr einer Scheidung, die womöglich auch die Gemeinde spalten könnte.

7. In der öffentlichen Diskussion wird der Zölibat, der ja Ehelosigkeit bedeutet, oft auf "Keuschheit" reduziert, die wider die Natur sei. Hiermit wird das Thema der Sexualität eigentlich überbewertet. Was an der Entscheidung, zölibatär zu leben, doch eigentlich zu bewundern ist: Er entscheidet sich für ein Leben ganz mit Gott. Und ganz für die Gläubigen. Wir alle kennen Priester, deren Klarheit, deren Wille uns deshalb ein großes Vorbild im Glauben sind.

8. Es gibt vielfältige Möglichkeiten auch für einen Verheirateten, sich in der Kirche zu engagieren: etwa als Diakon, dessen geistliche Ämter ja auch Verkündigung, Gottesdienst etc. einschließen: Sie dürfen beispielsweise Menschen taufen, trauen, einsegnen.

9. Ja, viele scheitern am Zölibat – aber ist das Grund genug, ihn abzuschaffen? "Die Mühsal, die Ehe wirklich zu leben, ist letztlich auch keine geringere", sagte Papst Benedikt XVI. einmal. Er sieht zwischen der Krise des Zölibats und der Krise der Ehe einen Zusammenhang.

10. Der Priester versteht unsere Beziehungsprobleme nicht, weil er selbst nicht in einer Partnerschaft lebt? Wenn wir das geistliche Gespräch suchen, geht es uns nicht darum zu hören: "Das geht mir auch oft so!" Wir suchen nach dem richtigen Weg, wir suchen nach Hilfe, die richtige Perspektive zu finden. Wir wollen hellhörig werden für das, was Gott uns  sagen möchte.




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Hubert Löb

am Freitag, 20. April 2012

Die evangelischen Räte enthalten u.a. den Begriff "Keuschheit". Niemand wird gezwungen,diese
Lebensform für sich zu wählen.Ohne Gnade .die voraus
geht,ist dies ohnehin kaum möglich. Aber wer sein
Leben Gott und der Kirche weihen will,sollte sich im
klaren sein,daß man nicht zwei Herren dienen kann !
Deshalb sollten sich alle,die den Weg der Enthaltsamkeit
wählen, sich im klaren darüber sein,ob sie dazu auch
imstande sind. Dies ist ggf. auch eine Frage des Alters
oder auch nur menschlicher Reife.
Wer den Weg der Welt gehen möchte, sollte dies tun.
Für Diener Gottes aus (Wahrer!) Berufung halte ich den
Zölibat als freie Entscheidung für notwendig !

Hubert Th.Löb

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von Agnes Tappe

am Donnerstag, 18. August 2011

Meine Meinung liegt weitab vom Schachtnerschen Geschwurbel (Herrliches Wort!). Als gestandene Ehefrau
eines evangelischen Christen bin ich nach 39 glück-
lihen Ehejahren als Katholikin immer noch nicht in der
Lage, meinem Mann zu erklären, worauf sich der Zölibat begründet. Und dann lese ich vor einiger Zeit
von den unsäglichen Vorgängen im Priesterseminar in
St. Pölten, die Presse ist voll mit Berichten über
Missbrauch von (aber nicht nur) kath. Priestern und
Ordensleuten, dass es einen ankotzt. Ich weiss per-
sönlich um etliche Priester, die Priester geblieben sind,
obzwar sie 1, 2 und in einem Fall sogar 3 Kinder auf
der Steuerkarte haben. Die armen Priesterkinder werden von der hl. Mutter Kirche um ihren Vater be-
trogen. Perfide, Und die Frauen sind ja eh die bösen
Sünderinnen. St. Paul lässt grüßen...
Die mit Rom unierten orthodoxen Christen sind meist
verheiratet und haben viele Kinder in dem Sinne von
"wachset und mehret Euch". Bei denen hört man aber
auch nichts von Missbrauch, weil sie eine normale
Sexualität leben dürfen.
Lasst doch die jungen Priesteraspiranten heiraten, ehe sie seelisch verkrüppeln. Meinetwegen können sie in der Hierarchie der Machtlüsternen dann eben
nicht weiter aufsteigen als bis zum Prälaten. Wer mehr will, kann ja aus vollem Herzen verzichten. Er
tut das aber dann für sich und seine Eitelkeit, nicht
für den Herrn.
Ich kenne seelisch kranke Priester, die schleichen sich sonntags aus der Kirche raus, um bloss nicht der
Gemeinde zu begegnen. Da stehen dann Männlein und Weiblein und verstehen nicht, weswegen der neue nicht tut, was man vom alten gewohnt war, näm
lich den Dialog mit den Eheleuten suchen.
Jesus hatte Verständnis für Maria Magdalena, weswegen zeigt sich die Kirche so gnadenlos gegenüber "Abweichlern"?? Ich könnte noch lange so weiterschreiben, aber ich lasse es besser. Gott mit
Euch, Ihr jungen Kapläne. Ich bete für Euch, dass Ihr eine Entscheidung, die ihr mit 25 getroffen habt, nicht
mit 45 bitter bereuen müsst. Leider kenne ich solch einen Fall.

ehe
sie seelisch verkrüppeln

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von Franz Käter

am Mittwoch, 19. Mai 2010

Geschwurbel! Geschwurbel!
Ein Priester steht in einem besonderen Dienstverhältnis zu seinem Dienstherrn/Arbeitgeber der Kirche. Dieser Dienstherr hat die natürlichen Rechte eines jeden Menschen anzuerkennen. D.h.: Ob jemand in einer Beziehung leben möchte, ist nicht Sache der Kirche, sondern allein dem freien Willen des Prieters unterworfen. Insofern verstößt die Kirche tagtäglich gegen eine Menschenrecht.
Zudem gibt es gravierende Unterschiede zwischen dem Leben in einem Kloster und dem Dienst in der Kirchengemeinde. Sollte sich ein Pater in seinem Leben anders entschieden haben, so wäre eine Alternative, er würde in einer Beziehung leben und könnte dann gleichzeitig seelsorgerisch in einer Gemeinde tätig werden.
Es ist beängstigend und vollkommen abstrus, Jesus Christus zu bemühen. Was hat der Herrgott mit den kleinegeistigen und falschen Entscheidungen der Menschen zu tun.
Das/Der Zölibat ist eines jener selbst gemachten unnötigen Probleme, die einem Aufbruch und einer Reformation entgegenstehen. Eine fruchtbare Diskussionkann m.E. erst jenseits des Zölibats beginnen.

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von Franz Käter

am Mittwoch, 19. Mai 2010

Geschwurbel! Geschwurbel!
Ein Priester steht in einem besonderen Dienstverhältnis zu seinem Dienstherrn/Arbeitgeber der Kirche. Dieser Dienstherr hat die natürlichen Rechte eines jeden Menschen anzuerkennen. D.h.: Ob jemand in einer Beziehung leben möchte, ist nicht Sache der Kirche, sondern allein dem freien Willen des Prieters unterworfen. Insofern verstößt die Kirche tagtäglich gegen eine Menschenrecht.
Zudem gibt es gravierende Unterschiede zwischen dem Leben in einem Kloster und dem Dienst in der Kirchengemeinde. Sollte sich ein Pater in seinem Leben anders entschieden haben, so wäre eine Alternative, er würde in einer Beziehung leben und könnte dann gleichzeitig seelsorgerisch in einer Gemeinde tätig werden.
Es ist beängstigend und vollkommen abstrus, Jesus Christus zu bemühen. Was hat der Herrgott mit den kleinegeistigen und falschen Entscheidungen der Menschen zu tun.
Das/Der Zölibat ist eines jener selbst gemachten unnötigen Probleme, die einem Aufbruch und einer Reformation entgegenstehen. Eine fruchtbare Diskussionkann m.E. erst jenseits des Zölibats beginnen.

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von W.Wendels

am Donnerstag, 21. Januar 2010

Wer keine Frau haben möchte, brauch ja keine zu heiraten.Es gehen der Kirche sehr wertvolle und fähige Leute verloren, die sich im Pristertum verlieben und vielleicht sogar Kinder heimlich haben.
Diese Leute wären mit Sicherheit auch weiterhin ein guter Priester wenn sie dann heiraten dürften.

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von SponsaDei

am Samstag, 9. Januar 2010

Ich melde mich hier mal als Geweihte und daher bewusst zölibatär Lebende zu Wort:
es gibt für mich nur 2 Gründe für den Zölibat: die Liebe zu Gott und die Berufung durch IHN! Sonst nix. Wer ständig unter dem Zölibat leidet, sorry, aber der war halt nie wirklich zum priesterlichen Dienst berufen; Religionslehrer wäre vielleicht besser gewesen. Denn was von Gott kommt, dient der Heilung, nicht der Krankheit. Ich bin jetzt 40 und wusste mit 5 Jahren schon, dass ich Gott gehören will; ich habe NIEMALS darunter gelitten, keinen Sex zu haben; manchmal unter der Einsamkeit, das geb ich zu. Aber, liebe Priester: nirgends steht, dass der Weg des Priesters ohne Opfer oder Sehnsüchte verläuft, da kann euch auch die Ehe nicht retten, denn was glaubt ihr, was ihr da Opfer bringen müsst!
Wer den Zölibat nicht schafft, der soll die Finger davon lassen und Pastoralassistent oder Diakon werden. Ich kann das Gejammer der Priester nicht mehr hören, echt. Gott, schick uns wieder Männer, nicht solche Mimosen. Amen.

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von Pizzel

am Dienstag, 1. Dezember 2009

Wundert sich in Deutschland noch tatsächlich jemand über die hohe Zahl an Menschen, die der katholischen Kirche den Rücken kehren ?
Wenn ja, dann lese sie/er die brillanten Argumente des Herrn Schachtner und achte dabei auf das Gefühl, was sich dabei einstellt. Leute, lasst Euch nicht verdummen; der Zölibat hat genau einen tieferen Sinn, nämlich den Stand der Priester zu rechtfertigen. Wer jemals in einem Priesterseminar zu Gange war, wie ich, kann über all das nur noch den Kopf schütteln. Heimliche Beziehungen, sowohl heterosexueller als auch homosexueller Natur, Lügen und Karriereversessenheit wohin das Auge blickt, usw usw...

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von david-ho zehnter

am Freitag, 6. November 2009

Die Zölibatsphrasen des Mönchs Nikolaus Schachtner sind zu Genüge bekannt. Das zieht nicht mehr. - Das geht am Mannsein vorbei.-

Zu wenig bekannt: Die Apostel-und Bischofsehen im Neuen Testament und die "Dämonenlehre" Pauli über das Heiratsverbot. Zu wenig bekannt, die brutale Einführung des Zwangszölibat 1139 durch den Papst.
Unter den Kirchenteppich gekehrt: Lebensgefährtinnen von sehr vielen Priestern, die Homosexualität im katholischen Klerus, Masturbationszölibat, Priestertragödien usw.

Für mich ist die Zölibatspflicht für Priester die sakrale Kastration der männlichen Vitalität, eine Todsünde gegen die Schöpfungsordnung und gegen die Menschenrechte.
Fazit: Gott sei Dank :leere Priesterseminare! Leider Priestermangel durch Rauswurf heiratsfähiger Priester, Frauendiskriminierung hinsichtlich Priestertum und die
Illusionen machtbesessener alter Roboter in langen Gewändern.

Ich bin dankbar, nicht Priester geworden zu sein, denn sonst hätte ich meinen vier Kindern das Leben verhindert und das ist nicht im Sinne der "Liebe Gottes."
Ich habe nichts dagegen, wenn auch Jeschua von Nazareth eine Frau geliebt hat. Der
Holzchristus vieler Theologen ist ohnehin ein Konstrukt aus ihren sexualfeindlichen Köpfen.

Laudetur Jesus Christus

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von Paul Vogt

am Freitag, 31. Juli 2009

Gründe für den Zölibat auch gelegentlich einer Privatoffenbarung in der Heiligen Stadt im Angesicht von St. Peter bei dem URL:

http://www.uni-siegen.de/~stilling
Dort auf Downloads", "Theologie" und "zoelibat_nutzen.pdf" gehen.

Tschau, Paul.

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von fabshoe

am Sonntag, 28. Juni 2009

Nur weil in der Bibel nicht (!) steht, dass Jesus oder seine Jünger Frauen oder Freundinnen hatten, regelmäßig Geschlechtsverkehr hatten und eine Kinderschar, lässt nicht darauf schließen, dass dem nicht so war.

Es steht auch nicht geschrieben, dass Jesus auf die Toilette ging oder Petrus sich die Fingernägel schnitt.
Aufgeschrieben wurde nur, was bemerkenswert war - und eine Frau zu haben, war nicht bemerkenswert.

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