Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Zehn Gründe, warum ich gerne katholisch bin

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Pater Roger Gerhardy OSA


Zehn Gründe, warum ich
gerne katholisch bin

Der Glaube steckt spürbar in einer Krise, und die Medien stürzen sich auf jeden Skandal, den sie im Zusammenhang mit der Kirche wittern. Andererseits ist eine Sehnsucht spürbar bei den Menschen: nach etwas Höherem, nach etwas Geheimnisvollen, nach Geborgenheit. Eine Chance für die Kirche? Es gibt sicher unzählige Gründe, warum man gerne katholisch ist - und zwar auch, wenn man mal nicht mit etwas einverstanden ist, was in Kirche und Vatikan geschieht. Die Top 10 des Journalisten und Augustinerpaters Roger Gerhardy OSA:

P. Roger Gerhardy OSA lebt im Augustinerkloster Maria Eich bei München
  1. Durch die katholische Kirche bin ich ans Christentum gekommen. Es gibt mir die Gewissheit, dass ich so unverwechselbar und einmalig, wie ich mich nun einmal vorfinde, von Gott gewollt, geschaffen und geliebt bin, trotz meiner Fehler.

  2. In den Sakramenten der Kirche ist die ganze Bandbreite meines Daseins aufgehoben, von der Geburt bis ins Sterben, von meiner Weltverantwortung bis zu meinem Versagen. Nichts an und in mir ist untauglich und unwürdig für Gott. Toll.

  3. Meine Eltern gaben mir das Leben, lehrten mich laufen und beten. Der Glaube an die Auferstehung von den Toten schenkt mir die Gemeinschaft mit ihnen auch über das Grab hinaus. Darüber freue ich mich.

  4. Ich feiere gerne Liturgie, und zwar das lateinische Hochamt mit gregorianischem Choral ebenso wie eine Gipfel- oder Geländemesse irgendwo am Wege. Diese Bandbreite habe ich nur in meiner Kirche.

  5. In unserer Wallfahrtskirche steht eine moderne Marienstatue. Der kleine Jesus spielt im Schoß seiner Mutter. Da schien bei meinem letzten Sonntagsgottesdienst einem Dreijährigen noch Platz für ihn zu sein, und er enterte Mariens Schoß. Oma fing ihn gerade noch ein. Schade, dachte ich; aber so was gibt’s nur bei uns Katholiken.

  6. Als ich jung war, galt ein uneheliches Kind noch als große Schande für die ledige Mutter. Als unser Pfarrer dann erstmals bei der Taufe so ein Kind freundlich als neues Gemeindemitglied begrüßte, schäumten die Gerechten. Ich begann damals zu ahnen, was mit der Liebe Gottes gemeint sein kann.

  7. Bei der Priesterweihe eines Kandidaten aus unserem Dorf durfte ich als Zehnjähriger im Dom dabei sein. Ich mogelte mich in den Altarraum und kam neben einen Domherrn zu sitzen. Ich musterte den bunt angezogenen Mann, der grinste und ließ mich in sein Buch schauen. Damals verlor ich meine Scheu vor Hierarchen.

  8. Seit 1965 bin ich Mitglied des Augustinerordens. Hier habe ich als Journalist ebenso meinen anerkannten Platz wie der Koch, der Sakristan oder der Universitätsprofessor. In diesem Sozialismus habe ich eine sichere Heimat.

  9. Im Laufe meines Lebens habe ich in der Kirche viele Menschen kennengelernt; nachhaltig suchende, überzeugend glaubende, manche waren leider ein Hindernis für mein Leben und für meinen Glauben. Aber alle zusammen sind sie mir unersetzlich.

  10. Der Papst ist für mich der Papst, und nicht der liebe Gott. Für mein Leben trage ich die Verantwortung und nicht der Träger des Petrusamtes. Ich habe den Glauben nicht durch einen Papst empfangen, von daher kann ich ihn nicht wegwerfen, wenn ein Papst einmal einen Fehler macht. Konkret wünsche ich ihm bessere Berater. Doch trotz des Tohuwabohus in diesem Jahr ist es aus den zehn genannten Gründen für mich schön, katholisch zu sein.


P. Roger Gerhardy OSA




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Die Kommentare der Liborius-User:


von david zehnter

am Montag, 9. November 2009

Pater Robert Gerhardy, gerade und ohne Gesäusel.

Überzeugt sogar mich!

herzlichen Dank

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von Goepfert Erika

am Donnerstag, 10. September 2009

Hallo Pater Roger,
Ihr Artikel spricht mir aus der Seele. Ich weiß, dass Gott mein ganzes Leben begleitet hat (durch die Eltern, den Lebensefährten) und Menschen die mir sehr wichtig sind. Ich habe meinen Platz bei Gott und auch in der kath. Kirche gefunden. Ich bin glücklich diesen Glauben zu haben - und es ändert sich auch nicht, wenn das "Bodenpersonal" mal Fehler macht, denn es sind ja Menschen. Ich muß Gott Rechenschaft über mein Leben geben und kann nur hoffen, daß ER mir gnädig ist.
Erika Göpfert, Würzburg

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