28. JanuarThomas [Hebr.: »Zwilling«] von Aquin OP
Hl., wurde um 1225 auf Schloss Roccasecca/bei Neapel geboren und war von vornehmer Herkunft. Seit 1239 Student in Neapel lernte er dort den Dominikanerorden kennen, dem er gegen den Willen seiner Eltern um 1243/44 beitrat. Seine Angehörigen überfielen Thomas und hielten ihn zwei Jahre gefangen. Wieder in Freiheit, sandte der Orden ihn zum Studium nach Paris und Köln. In Köln war Thomas jedenfalls von 1248–1252 Schüler von Albertus Magnus. Nun wechselten längere Aufenthalte in Paris und Italien einander ab. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse legte er in zahlreichen Werken nieder. Auf den Schriften seines Lehrers Albert aufbauend, erbrachte er als größte geistesgeschichtliche Leistung des Mittelalters die Synthese zwischen den Lehren von Augustin und Aristoteles in Philosophie und Theologie in seinem Hauptwerk, der »Summa theologica«. Mit der arabischen Philosophie setzte er sich in der »Summa contra gentiles« auseinander. Für das Fronleichnamsfest gestaltete er die liturgischen Texte und erwies sich als mytisch-spekulativer Dichter. Auf dem Weg zum II. Konzil von Lyon starb Thomas plötzlich in der Zisterzienser-Abtei Fossanuova am 7. März 1274. – 1567 wurde er zum Kirchenlehrer erhoben. Größere Teile seiner Reliquien befinden sich in Paris, Toulouse und Rom.
Dargestellt im Dominikanerhabit mit Buch und Schreibfeder, mit Sonne, Stern oder Edelsteine auf der Brust, mit Lilie und Taube, mit Kelch und Monstranz, zu Füßen Mitra und Bischofsstab. – Patron der katholischen Wissenschaft, der katholischen Hochschulen; der Buchhändler, Bleistiftfabrikanten; für Reinheit und Keuschheit; gegen Blitz, Unwetter, Sturm.
Quelle: Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht (2002): Der große Namenstagskalender.
3850 Namen und 1680 Lebensbeschreibungen der Namenspatrone,
Verlag Herder, Freiburg