„Dieses Thema ist nicht zuletzt deshalb ein Dauerbrenner, weil viele es in ihrer eigenen Kindheit so erlebt haben: Sexualität gibt es eigentlich gar nicht, sie darf nicht thematisiert werden, nicht ,vorkommen’. Und das zog sich durch die gesamte Gesellschaft und betraf bei weitem nicht nur ,fromme’ Familien“, analysiert Pater Lipke.
Inzwischen habe die Kirche zu einem gesünderen Verhältnis zur Sexualität gefunden. Solche Themen würden aber eben in einem angemessenen Rahmen angesprochen, beispielsweise in der Seelsorge. „Die Möglichkeit, das Leben des Einzelnen zu kontrollieren, wie es früher durchaus der Fall war, hat die Kirche heute nicht mehr. Und sie will dies auch nicht mehr. Denken Sie daran, wie es früher für eine ledige Mutter war, in ein kleines Dorf zu ziehen. Das hat sich heute – Gott sei Dank – geändert“, so Pater Lipke.