Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Kriche und Sexualität

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Fragen und Antworten

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Die Zahl der Kirchenaustritte steigt in den letzten Jahren. Warum treten Menschen aus? Pater Stephan Lipke SJ von der Glaubensorientierung St. Michael in München steht in Kontakt mit Menschen, die einen Ein- oder Austritt erwägen: Lesen Sie hier die Top-Gründe, die Menschen zum Austritt bewegen – und was die Kirche zu darauf zu entgegnen hat!

 

„Die Kirche hat ein krankes Verhältnis zur Sexualität“

„Dieses Thema ist nicht zuletzt deshalb ein Dauerbrenner, weil viele es in ihrer eigenen Kindheit so erlebt haben: Sexualität gibt es eigentlich gar nicht, sie darf nicht thematisiert werden, nicht ,vorkommen’. Und das zog sich durch die gesamte Gesellschaft und betraf bei weitem nicht nur ,fromme’ Familien“, analysiert Pater Lipke.

Inzwischen habe die Kirche zu einem gesünderen Verhältnis zur Sexualität gefunden. Solche Themen würden aber eben in einem angemessenen Rahmen angesprochen, beispielsweise in der Seelsorge. „Die Möglichkeit, das Leben des Einzelnen zu kontrollieren, wie es früher durchaus der Fall war, hat die Kirche heute nicht mehr. Und sie will dies auch nicht mehr. Denken Sie daran, wie es früher für eine ledige Mutter war, in ein kleines Dorf zu ziehen. Das hat sich heute – Gott sei Dank – geändert“, so Pater Lipke.

 

„Keuschheit vor der Ehe – wer heutzutage so etwas verlangt, macht sich unglaubwürdig“

„Selbstverständlich haben sich die Lebensumstände heute geändert, das weiß auch die Kirche. Dennoch: Sexualität ist etwas Heiliges“. Die Kirche, meint Pater Lipke, sei eine der wenigen Instanzen, die darauf heute noch bestehen. Gerade heute sei es wichtiger denn je, junge Menschen daran zu erinnern: „Und es ist ein Trugschluss, dass das nur die Katholische Kirche so sieht. Denken Sie an andere Religionsgemeinschaften. Besonders im tibetischen Buddhismus spielt das eine extrem wichtige Rolle. Hier denkt beispielsweise der Dalai Lama ähnlich ‚streng’ wie der Papst.“

 

„Angesichts der vielen AIDS-Opfer ist es unverantwortlich, dass die Kirche Kondome immer noch verteufelt“

„Das bloße Verteilen von Kondomen allein ist nicht sinnvoll“, unterstreicht Pater Lipke. Die Kirche setze tiefer an: „1. Den Leuten Bildung zu vermitteln, gerade den Frauen, etwa hinsichtlich Berufsaussichten jenseits der Prostitution, die die Verbreitung von Aids natürlich massiv beschleunigt. 2. Männern einzuschärfen, dass der Mann gegenüber der Frau keine sexuelle Gewalt ausüben darf und an Treue gebunden ist. 3. Die Kirche kümmert sich um die AIDS-Kranken, pflegt und versorgt sie. Ansonsten ist es wichtig, dass konkret an Ort und Stelle, beispielsweise in Seelsorge- oder Krankenstationen, behutsam und persönlich über Themen wie den Umgang mit Sexualität und AIDS gesprochen wird.“

 

 

 

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