Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Christi Himmelfahr

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Samstag, 11. Februar 2012 Anselm
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Kirchenjahr


Christi Himmelfahrt:
"Heaven" liefert den Schlüssel

Für viele ist „Christi Himmelfahrt“ nicht mehr als nur noch Vatertag. Das weiß Pater Bernhard Brinks SCJ als Gemeindeseelsorger der Kirche St. Paul in Heidelberg. Er erklärt, was die Himmelfahrt Jesu für jeden einzelnen von uns bedeutet und wie wir uns dieses geheimnisvolle Ereignis vorstellen können. Gleich vorweg: Einen wichtigen Schlüssel gibt uns das englische Wort „heaven“

Ostern ist das Fest der Christen, welche Bedeutung hat daneben Christi Himmelfahrt?

Diese beiden Feste bilden einen wichtigen Zusammenhang. Christi Himmelfahrt folgt 40 Tage nach Ostern. Immer, wenn uns in der Bibel die Zahl 40 begegnet, bedeutet das, dass etwas vollkommen ist. Beispiele sind etwa die 40 Jahre, die zwischen dem Auszug der Israeliten aus Ägypten und der Ankunft im gelobten Land liegen, Jesus wiederum bereitete sich 40 Tage lang auf sein Wirken im öffentlichen Leben vor.  Mit der Himmelfahrt wird die Auferstehung abgeschlossen. 

Wie können wir uns diese Himmelfahrt vorstellen?

In der Apostelgeschichte heißt es dazu einmal: „Eine Wolke nimmt ihn auf“. Das ist nicht wörtlich zu begreifen. Die Wolke ist ein Zeichen für das Göttliche, der Auferstandene ist nun der Erhöhte.

 

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„Himmel“ ist also auch nicht wörtlich zu verstehen?

Wir sind tatsächlich geneigt, das als Ort zu deuten – gerade wir Deutschen, das hat mit unserer Sprache zu tun. Es geht aber um einen himmlischen Zustand. Die Auferstehung ist eine Seinsveränderung, die Himmelfahrt bedeutet den neuen Zustand, beim Vater in der Ewigkeit zu sein. 

Eine räumliche Vorstellung von „Himmel“ habe ich mir also abgewöhnt.  Mitunter gebrauchen wir das Wort auch ganz selbstverständlich in dieser Richtung: Jemand war im Urlaub für 14 Tage von der Hausarbeit befreit und schwärmt, es war wie im Himmel.

In der englischen Sprache ist der Unterschied durch die Worte „sky“ (der Himmel, den wir sehen, Anm.) und „heaven“ (Himmel als Zustand, Anm.) deutlicher.

Pater Brinks (Foto: scj.de)
Pater Brinks SCJ: "Die Liebe des Auferstandenen strahlt auf uns aus" (Foto: scj.de)

Warum ist Christi Himmelfahrt für uns ein fröhliches Fest? Eigentlich ist es doch traurig, dass Jesus die Menschen nun verlässt. 

Für die Apostel war es auch ein bedrückendes Ereignis, sie ziehen sich betrübt zurück. Nach der Himmelfahrt ist Jesus nicht mehr erfahrbar. Erst zehn Tage später, an Pfingsten, erfüllt der Geist Gottes sie. Sie wissen, sie müssen das Werk Jesu weiterführen – nur deshalb gibt es heute das Christentum. Der Auferstandene hat den Aposteln aufgetragen: Geht hinaus in alle Welt und tauft alle im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. In diesem Zusammenhang, in dieser österlichen Zeit zwischen Ostern und Pfingsten, wird Christi Himmelfahrt zu einem frohen Ereignis. 

Es ist wünschenswert, dass dieser Grundgehalt wieder mehr durchscheint: Leider geht das Bewusstsein für die eigentliche Bedeutung unter. Das spürt man als Priester und Gemeindeseelsorger: Für viele ist dieser Feiertag nur noch der „Vatertag“. 

Welche Bedeutung kann Christi Himmelfahrt denn für das Leben jedes einzelnen Christen haben? 

Die Hoffnung ist die, dass Jesus von der Endgültigkeit des Seins auf uns wirkt. Er ermutigt die Menschen. Er drängt sie, das, was er aufgetragen hat, zu vollziehen. „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“: Diese Liebe sollen wir bezeugen. Das gilt für uns Ordensleute gegenüber der Gemeinschaft und den Gläubigen. Das gilt für Eltern gegenüber ihren Kindern, etc. Die Liebe des Auferstandenen strahlt auf uns aus und muss weitergegeben werden: mit den Stärken und Talenten, die Gott einem jeden von uns geschenkt hat. 

Ist das auch ihr ganz persönliches Erleben von Christi Himmelfahrt?

Ja, ich feiere diese Liebe an Christi Himmelfahrt. Es kommt aber noch etwas für mich hinzu: Wenn jemand weggeht, gibt man ihm einen besonderen Auftrag mit. Ich gebe Jesus meine persönlichen Bitten mit. Und auch die Kirche ruft um gute Witterung, fruchtbare Ernte – auf dass die Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“ in die Tat umgesetzt werde.  Daher wird in vielen Gottesdienst an Christi Himmelfahrt auch der Wettersegen erteilt, eine besondere Bitte um das Gedeihen der Früchte und eine gute Ernte.

Interview: scj.de




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Die Kommentare der Liborius-User:


von hendrik

am Freitag, 27. Mai 2011

...eine gute Sicht für Menschen, die gerne "verstehen" möchten... zum Thema "Liebe": Die Trennung/Beschränkung in hier das DU der Geistlichen und jenes der Laien gefällt mir nicht. Liebe läßt sich für einen Liebesbereiten nicht beschränken, auf reglementierte vis a vis Objekte... so wie eine Mutter sich nicht auf ein bestimmtes Kind aus ihrer Kinderschar befehlen läßt! Mir scheint, dass das strahlend geliebte DU echt unbegrenzt ist.

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von hendrik

am Freitag, 27. Mai 2011

...eine gute Sicht für Menschen, die gerne "verstehen" möchten... zum Thema "Liebe": Die Trennung/Beschränkung in hier das DU der Geistlichen und jenes der Laien gefällt mir nicht. Liebe läßt sich für einen Liebesbereiten nicht beschränken, auf reglementierte vis a vis Objekte... so wie eine Mutter sich nicht auf ein bestimmtes Kind aus ihrer Kinderschar befehlen läßt! Mir scheint, dass das strahlend geliebte DU echt unbegrenzt ist.

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