Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Bräuche

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Bräuche

Bräuche

Feuer vom Himmel

Christi Himmelfahrt wurde früher noch weitaus aufwändiger und spektakulärer gefeiert. Heute lässt man es in der Kirche etwas ruhiger angehen und setzt eher auf Spaziergänge im Freien statt brennende Fasern aus dem Kirchengewölbe

Christusstatue

Eine Christusstatue bewegt sich, hebt vom Boden ab, schwebt in Richtung Kirchengewölbe und verschwindet plötzlich ganz: Was früher in vielen Gemeinden Brauch war, ist heute selten geworden. Die Himmelfahrt Christi wird nur noch in wenigen Kirchen so greifbar dargestellt, dass eine Christusfigur durch das „Heiliggeistloch“ nach oben gezogen wird. Und noch seltener ist eine andere Tradition geworden: das Herabstürzen einer Teufelsfigur. Damit wollte man den Sieg Christi einerseits und die Niederlage des Teufels andererseits zeigen. Hintergrund für diesen Brauch war außerdem der sogenannte Höllensturz bei Jesaja: „Hinabgeschleudert zur Unterwelt ist deine Pracht / samt deinen klingenden Harfen. Auf Würmer bist du gebettet, / Maden sind deine Decke. Ach, du bist vom Himmel gefallen, / du strahlender Sohn der Morgenröte. Zu Boden bist du geschmettert, / du Bezwinger der Völker.“ Jes 14,12

Werg

Werg sind Fasern, die bei der Verarbeitung von Leinen oder Hanf entstehen. Früher war es in vielen Gegenden üblich, dass brennendes Werg aus Luken im Kirchengewölbe nach unten regnete. Warum Werg? Werg nimmt im kirchlichen Leben generell wichtige Rollen ein, ohne das Material wäre beispielsweise ein großer Moment der Kirche weit weniger effektvoll: Der weiße Rauch nach der Papstwahl stammt aus der Verbrennung von Werg zusammen mit den Wahlzetteln.

Gebäck

Früher wurde an Christi Himmelfahrt fast nur Geflügel gegessen. Heute erinnern daran nur noch vereinzelt verschiedene Gebäcksorten in Vogelform.

 

(Foto: DPA)

 

Flurumgänge

Was heute vielen die Touren mit Leiterwagen sind, waren früher die Flurumgänge. Vereinzelt finden sie immer noch statt, an den sogenannten Bitttagen. Es gibt mehrere Vermutungen, woher diese Tradition kam. Wahrscheinlich war Papst Leo III. (um 750 - 816) Urheber der Prozessionen. So ordnete der Papst an, dass am Montag, Dienstag und Mittwoch vor Christi Himmelfahrt Bittprozessionen durchgeführt werden müssen. Die Gläubigen sollten dabei für eine gute Ernte beten. Solche Spaziergänge können Sie natürlich heute noch unternehmen. Dazu müssen nicht zwingend große Menschenmassen unterwegs sein. Und wenn Sie beim Spaziergang mit der Familie Ihren „Vatertag“ feiern, ist das sicherlich genauso viel wert.

Simon Biallowons
 

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