Essen macht Spaß. Es ist auch absolut nichts Schlimmes daran, es sich gut gehen zu lassen. Man braucht nicht bei jedem Bissen an hungernde Kinder zu denken. Doch es gibt Anlässe, da sind solche Gedanken auf jeden Fall angebracht. Bei uns Christen ist der wichtigste Anlass das Erntedankfest. An diesem Tag ist die Zeit, um sich für den eigenen Wohlstand zu bedanken und an ärmere Menschen zu denken.
Früher gab es viel mehr Erntefeste, die zum Teil ausgeklügelte Zeremonien besaßen. So ritualisiert ist Erntedank schon längst nicht mehr. Heute geht es eher um Zeichen: Wir zeigen Solidarität mit all denen, die hungern müssen. Bei denen die Ernte nicht so reichlich ausfällt. Solidarität mit all jenen, die unsere Hilfe benötigen. Für sie bitten und spenden wir. Und wir bedanken uns bei Gott für seine Solidarität: dafür, dass er uns den Wohlstand überhaupt erst gegeben hat. Das tun wir in jeder Gabenbereitung, wenn der Priester spricht: „Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Wir bringen dieses Brot vor dein Angesicht, damit es uns das Brot des Lebens werde.“ Am ersten Sonntag im Oktober stellen wir dieses Wort ins Zentrum.
Neben all diesen Gesichtspunkten ist Erntedank vor allem aber auch ein Fest, an dem wir uns auf die Wurzeln besinnen. Wir erinnern uns, dass wir Teil der Schöpfung Gottes und der Natur sind. So wie wir uns bei den Solidaritätsaktionen in den Zusammenhang mit allen Menschen stellen, ordnen wir uns durch den Dank an Gott in den Zusammenhang der Schöpfung ein. Wir wissen, dass wir Geschöpfe Gottes sind. Das die Schöpfung unser Geschenk ist. Dafür dürfen wir uns an Erntedank bedanken.
Bildergalerie: Geschichte und Bräuche des Erntedankfestes