Erntekönigin
Weinkönigin, Maikönigin, Hopfenkönigin: Schöne Frauen werden zu praktisch jedem wichtigeren Anlass und bei fast jedem größeren Ereignis gekrönt. Natürlich finden solche Wahlen auch am Erntedankfest statt. Es gibt dabei eine entscheidende Vorraussetzung: Die Erntekönigin muss ein Mädchen aus der Region sein. Sie wird dann von einer Jury, meistens bestehend aus lokaler Prominenz, zur Königin gekürt. Solche Wahlen sind oft große Ereignisse, für die Mädchen geht mit dem Sieg manchmal ein Traum in Erfüllung. Oft hat die Königin auch „Prinzessinnen“ als Begleiterinnen, die sie bei ihrer wichtigsten Amtshandlung unterstützen: der Eröffnung des Erntedankfestes.
Körnerteppich
Die bayerische Gemeinde Rennertshofen ist bekannt für einen Teppich. Der ist nicht aus Brokat, Seide oder anderen erlesenen Stoffen. Der Teppich ist aus Körnern. Drei Wochen lang ziert er die Pfarrkirche St. Johannes Baptist mit Darstellungen in den buntesten Farben. Dabei ist die Bezeichnung „Körnerteppich“ irreführend, denn darauf laufen sollte man nicht. Die Rennertshofner fertigen das Körnermosaik nämlich in mühevoller Arbeit an. Sie verwenden dabei ausschließlich Samen und Körner in ihren natürlichen Farben – wie Gott sie eben schuf.
Erntepuppe
Die Erntepuppe erinnert ein wenig an eine Vogelscheuche. Aus den letzten Garben wird sie gefertigt und bleibt auf dem Feld. Manchmal nimmt sie allerdings auch einen Ehrenplatz ein: bei Erntetanz.
Erntefeste
Erntedankfeste sind natürlich die unterhaltsamsten Stunden dieses Tages. Vor allem in ländlichen Gebieten findet man diesen Brauch noch, der wohl aus dem Mittelalter stammt. Damals organisierten die Grundbesitzer für ihre Angestellten Feste, an denen mit Erntebier und reichlich Essen gefeiert wurde.
Simon Biallowons