?: Was bringt es, wenn man fastet?
Schwester Jordana: Manche sagen, dass dann ihr Geist freier und ihr Körper fitter wird. Die Fastenzeit ist eine Chance, bewusst Dinge zu ändern, die mich stören und die meine Beziehung zu anderen Menschen und zu Gott belasten. Fasten als Chance sehen – das finde ich gut. Dann hat das nichts Schweres, sondern ich bekomme MEHR durch WENIGER. Beim Fasten aus religiösen Gründen zeigt man, dass man freiwillig zu etwas NEIN sagen kann, was sonst selbstverständlich zum Leben gehört. Man erhält so mehr Tiefe und Freiheit.
Jansen: Mit einem Satz: Fasten ist eine Veränderung von mir, die solidarisch die Welt verändert. Nicht weniger.
?: Gibt es Regeln für das Fasten?
Schwester Jordana: Je nachdem, wie man fastet, sollte man sich an Regeln halten. Es gibt verschiedene Arten des Heilfastens, die man aber immer mit einem Arzt absprechen sollte oder mit jemanden, der sich gut auskennt und aufpasst, dass der Körper nicht darunter leidet.
Jansen: Es gibt in der katholischen Kirche zwei „strenge Fasttage“: Aschermittwoch und Karfreitag. An diesen Tagen soll man sich auf eine Sättigung beschränken und auf Fleisch verzichten. Der Freitag ist bei vielen ein wöchentlicher Fasttag, an dem ebenfalls kein Fleisch gegessen wird. Darüber hinaus gibt es strengere Fastentraditionen, die oft in Orden entstanden sind.
?: Gilt das Fasten für alle Altersgruppen?
Schwester Jordana: Die Fast- und Abstinenztage sollen von gesunden Menschen bis 60 Jahre eingehalten werden. Von Kindern aber nicht.
Jansen: Es wäre fahrlässig, von einem Kranken zu verlangen, dass er sich mit Nahrung einschränkt. Grundsätzlich soll die Entscheidung zum Fasten immer freiwillig getroffen werden!
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