Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Auferstehung und Leben

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Auferstehung und Leben

Was kommt nach dem Tod?

An Ostern feiern wir die Hoffnung auf Auferstehung. Doch vielen Menschen fällt es schwer, daran zu glauben. Ob etwas nach dem Tode kommt, und wenn ja, was: Auch Christen haben kein Sonderwissen darüber, sagt der Wiener Theologe Christian Wagnsonner. Durch Jesu Tod und Auferweckung ist der Tod nicht abgeschafft. Es ist nur klar geworden, dass der Tod nicht das letzte Wort haben kann

Foto: privat
Christian Wagnsonner ist Theologe am Institut für Religion und Frieden des österreichischen Militärordinariats


Was wissen Christen darüber, was nach dem Tod kommt?

Wie alle Menschen wissen die Christen darüber – gar nichts. Das Christentum ist keine Geheimlehre, Christen haben kein Sonderwissen über den Tod oder über das, was nach dem Tod ist. Sie wissen nicht einmal mit Sicherheit, ob nicht mit dem Tod alles aus ist und der Mensch völlig zerstört ist. Das gilt für alle Christen, auch für den Papst und die Bischöfe. 

Warum reden Christen dann so oft von einem Leben nach dem Tod, wo sie doch gar nichts darüber wissen?

Die christlichen Aussagen über die Überwindung der Macht des Todes und ein Leben bei Gott sind Ausdruck des christlichen Glaubens und der christlichen Hoffnung, dass es eine Zukunft der Menschen mit Gott auch über den Tod hinaus gibt, dass wir auferweckt werden, wie auch Christus auferweckt worden ist.

Heißt das, dass die Christen glauben, sie werden nicht sterben?

Nein, alle Menschen müssen sterben. Die biblischen Schriften betonen das immer wieder, gerade auch in Bezug auf Jesus: Auch er ist wirklich gestorben, bevor er von Gott wieder auferweckt wurde. Durch Jesu Tod und Auferweckung ist der Tod nicht abgeschafft, es ist nur klar geworden, dass der Tod nicht das letzte Wort haben kann und dass die Christen darauf vertrauen dürfen, dass Gottes Zuwendung über den Tod hinausgeht.

Foto: iStock
Die Furcht vor dem Tod gehört zum menschlichen Leben. Aber durch Jesu Tod und Auferstehung ist es klar geworden, dass der Tod nicht das letzte Wort haben kann

Dürfen sich Christen trotzdem vor dem Tod fürchten?

Ja, die Furcht vor dem Tod gehört zum menschlichen Leben. Man kann sie verdrängen, aber gerade die christliche Tradition und Offenbarung weist den Menschen immer wieder an die Unausweichlichkeit des Todes. Wer den eigenen Tod und seine Furcht davor nicht ernst nimmt, sondern sich mit religiösen Mitteln der eigenen Unsterblichkeit und Furchtlosigkeit versichern will, wird nicht verstehen, wovon christliche Hoffnung spricht.

Aber ist die Seele nicht unsterblich?

Die Trennung von Leib und Seele nach dem Tod und die Frage nach der Unsterblichkeit der Seele sind in der Bibel noch kein Thema. Das jüdische Denken betont die Einheit und Ganzheit des Menschen. Den ersten Christen brannten ganz andere Fragen unter den Nägeln: Sie rechneten anfangs mit dem baldigen Ende der Welt, der Wiederkunft Christi, die man sich mit verschiedenen Bildern ausmalte (Erscheinung Christi, Gericht, Ernte, Posaune, Kriege und Katastrophen im Vorfeld…). Als sich das Ende immer weiter verzögerte und die ersten Christen starben, begann man sich zu fragen, was mit den verstorbenen Christen bei der Wiederkunft Christi passiert. Die einzige gerechte Lösung konnte nur sein, dass sie dann auferweckt werden und diese Ereignisse nicht verpassen. Später verloren die Bilder von der unmittelbar bevorstehenden Endzeit begreiflicherweise an Bedeutung, man konzentrierte sich auf die Frage, was mit dem Einzelnen nach seinem Tod passiert.

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