Jubelnde Menschen, empörte Händler und neidische Gelehrte: Als Jesus an diesem Donnerstag durch Jerusalem läuft, erinnert er sich an viele Gesichter. Jesus ist erst seit Kurzem in der Stadt, hat aber schon einiges erlebt.
Am vergangenen Sonntag war Jesus auf einem Esel in Jerusalem eingezogen. Die Bewohner schwenkten Palmzweige und riefen: „Hosianna!“ Hosianna war ein alter Klageruf. Die Bewohner wollten von Jesus gerettet werden. Durch den Tumult wurden die Priester erstmals auf Jesus aufmerksam. Als er am Montag die Händler aus dem Tempel vertrieb, spitzte sich die Lage zu. Die Priester wurden noch wütender, als Jesus sie am Dienstag austrickste. Sie wollten ihn gegen den Kaiser aufhetzen, doch er durchschaute die Falle. Am Mittwoch schließlich bekamen die Priester ihre Chance: Sie bestachen einen Apostel, einen der engsten Vertrauten Jesu. Judas versprach, Jesus auszuliefern. Aber der wusste von dem Verrat.
All das beschäftigt Jesus, als er am Donnerstag durch Jerusalem spaziert. Seine Apostel kaufen für eines der wichtigsten jüdischen Feste, das Pessach, ein. Jesus hat dieses Fest oft gefeiert – heute wird er es zum letzten Mal tun. Am Abend treffen sich Jesus und seine zwölf Apostel zum letzten Abendmahl. Die Stimmung ist gedrückt, die Apostel wissen durch Jesus von dem Verräter. Aber keiner ahnt, dass es Judas ist. Außer Jesus, der aber ruhig bleibt.
Er will seinen Freunden etwas zum Abschied hinterlassen. In die Stille hinein bricht Jesus ein Stück Brot und spricht: „Nehmt und esst; das ist mein Leib.“ Dann reicht Jesus den Kelch mit Wein und fährt fort: „Trinkt alle daraus; das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“