Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Mariä Aufnahme in den Himmel

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Donnerstag, 24. Mai 2012 Dagmar, Ester
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Mariä Aufnahme in den Himmel

Die vollständige Erlösung

Maria musste viele Schmerzen ertragen, ehe Gott sie in den Himmel aufnahm. Doch alle Widerstände ertrug die Gottesmutter geduldig und wurde so zum gelebten Ideal und Vorbild. Und mehr noch: Maria ist der erste Mensch, der vollständig erlöst wurde. Daran denken wir, wenn wir „Mariä Aufnahme in den Himmel“ feiern.

Die Himmelfahrt der Jungfrau Maria von Annibale Carracci. (Foto: Public Domain)

Von der entbehrungsreichen Geburt im Stall bis zuletzt, als sie den gekreuzigten Sohn in den Armen hält: Für Maria ist das Leben mit Jesus voller Probleme und Schmerzen. Doch trotzdem ist sie die einzige, die Jesus nie im Stich lässt. Die treu zu ihrem Bekenntnis steht: „Ich bin die Magd des Herrn.“ Diese unglaubliche Treue belohnt Gott, indem er Maria in den Himmel aufnimmt. Dieses Ereignis feiern wir an „Mariä Aufnahme in den Himmel“. Diese Bezeichnung ist die korrekte, Mariä Himmelfahrt macht für viele Theologen keinen hinreichenden Unterschied zwischen Jesus, Gottes Sohn, und Maria. Wenngleich natürlich beide von Gott zu sich gerufen wurden, besteht durchaus ein Unterschied zwischen der Verherrlichung und Thronbesteigung Christi und der Verherrlichung Marias.

Wo Maria in den Himmel aufgenommen wurde, bleibt unklar. Zunächst ging man von Jerusalem aus, doch die Mystikerin Anna Katharina Emmerick behauptete, eine Version gehabt zu haben, in der sie das Sterbehaus Marias gesehen habe. Das befindet sich in Ephesus, wo heute am 15. August stets ein spezieller Gottesdienst stattfindet. Und wie wurde Maria in den Himmel aufgenommen? Die Kirche hat dazu in einem Dogma von 1950 klargestellt, dass Maria mit Leib und Seele in den Himmel gelangte. Sie ist die „vollständig Erlöste“.

Und was haben wir davon? Ganz einfach: Maria war ein ganz normaler Mensch wie jeder von uns. Und die Tatsache, dass sie als Mensch in den Himmel aufgenommen wird, ist doch eine großartige Nachricht für uns. Mariä Aufnahme in den Himmel ist eine überzeugendes Beispiel für Gottes Gnade mit uns! Jesu Auferstehung hat die Hoffnung auf ein gutes Ende entfacht. Doch er war immerhin Gottes Sohn! Nun war Maria zwar die Mutter Gottes, aber sie war eben auch ganz Mensch wie wir. Und deshalb ist ihre Verherrlichung so ein großartiges Zeichen. Mariä Himmelfahrt ist für jeden von uns ein großes Zeichen der Hoffnung! Maria war eine von uns, sie ist uns vorangegangen in den Himmel und wird dort wieder eine von uns sein. Weil Gott auch uns in den Himmel aufnehmen wird. Und bis dahin tut Maria bei Gott alles dafür, dass wir zu ihr gelangen. Der Theologe Karl Rahner bemerkte dazu: „Geliebte Menschen, sagt dieses Fest, sind gerettet, sind heil, sind endgültig. Geliebt sind wir alle. Weil wir Gottes Kinder sind.“

Vom Hochfest zum Dogma

Am 1. November 1950 verkündete Papst Pius XII. das Dogma von der Aufnahme Mariens mit Leib und Seele. Das Hochfest wurde dadurch noch einmal beträchtlich aufgewertet – gefeiert wurde es allerdings schon weitaus länger. Bereits im 5. Jahrhundert sind solche Feste belegt, allerdings noch nicht festgelegt auf den 15. August. Gut zwei Jahrhunderte später scheint sich dieser Termin durchgesetzt zu haben.

Simon Biallowons

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