Wie haben Sie Max’ Taufe erlebt?
Die Taufe war für mich eine sehr feierliche und emotionale Sache. Dadurch dass ich wusste, der Max empfängt jetzt ein Sakrament und ich bin Patin, hatte ich das Gefühl, bei dieser Sakramentspendung mit eingeschlossen zu sein. Das hat es für mich zu etwas ganz Besonderem und Intensivem gemacht.
Welche Aufgaben haben Sie während der Tauffeier übernommen?
Ich habe mir vorab mit dem anderen Paten gemeinsam die Fürbitten überlegt und sie auch mit ihm zusammen vorgetragen. Bei der Taufspendung war der Max zuerst auf dem Arm seines Patenonkels, und als er dann mit Chrisam gesalbt wurde, hatte ich ihn.
Was haben Sie Max zur Taufe geschenkt?
Wir Paten haben mit den Eltern gesprochen, und da gab’s dann den Wunsch, dass der Max einen silbernen Schutzengel-Anhänger bekommen soll. Der wurde dann in der Tauffeier geweiht und Max anschließend umgehängt.
Was bedeutet Ihnen Ihre Rolle als Patentante?
Ich fühle mich als ganz besondere Tante. Weil ich ja nicht automatisch durch eine bereits bestehende Verwandtschaftsbeziehung zur Tante wurde, sondern weil man mich ganz speziell ausgewählt hat. Besondere Tante aber auch in dem Sinn, dass ich eine besondere Verantwortung habe. Bei mir ist der Gedanke, den man vor allem früher mit dem Patenamt verband, ganz stark präsent. Also falls den Eltern etwas zustößt, dass man die Paten für das finanzielle, erzieherische und sonstige Wohl des Kindes in die Pflicht nehmen kann. Auch wenn das jetzt vielleicht nicht der Grund war, warum man mich als Patin ausgesucht hat. Aber für mich ist ganz klar: Man kann nicht nur Taufpate in den guten Zeiten sein, sondern eben auch wenn es schwierig wird. Wenn sich zum Beispiel die Eltern trennen, wenn irgendwelche Schicksalsschläge die Familie treffen, ihnen etwa das Geld ausgeht, dann sehe ich mich in der Pflicht. Ich kann mich da nicht aus einer Rolle stehlen – einmal Pate, immer Pate.
Was, glauben Sie, war denn der Grund dafür, dass Sie als Patin ausgewählt wurden?
Die Mutter meines Patenkindes hat mir gesagt, dass sie weiß, ich nehme so etwas ernst. Und ich denke, das ist Grund genug.
Inwiefern sehen Sie es als Ihre Aufgabe an, Ihrem Patenkind etwas von Ihrem Glauben zu vermitteln?
Das gehört für mich auf jeden Fall dazu. Aber nicht auf die Art und Weise, dass ich mich lehrerhaft hinstelle und sage: „So hat ein Christ durch die Welt zu gehen.“ Ich stelle mir das eher so vor, dass ich nicht viel dazu sagen muss, dass ich etwas vorlebe, was der Max übernehmen kann. Zum Beispiel meine Art und Weise, wie ich mit Leuten umgehe – mit Achtung und Respekt –, so etwas gehört für mich auch dazu. Oder die Wertschätzung eines Geschöpfes zum Beispiel. Oder dass er mitbekommt, ich gehe sonntags in die Kirche, weil mir persönlich das sehr wichtig ist und gut tut. Und natürlich sage ich dann in dem Moment, in dem er bei mir zu Besuch ist: „WIR gehen am Sonntag gemeinsam in die Kirche.“
Welche christlichen Werte wollen Sie Ihrem Patenkind ganz konkret vermitteln?
Ich möchte ihm auf jeden Fall ein Gottvertrauen vermitteln können. Einfach, dass er sich auf den lieben Herrgott immer verlassen kann, dass der es immer gut mit einem meint. Aber Max soll auch eine gewisse Ehrfurcht und Achtung vor Gottes Schöpfung entwickeln. Und mir ist auch wichtig, dass er aufrichtig und ehrlich durch die Welt geht. Das versuche ich ihm durch mein eigenes Vorleben zu vermitteln. Denn ich kann ihm nichts abverlangen, was ich nicht selbst auch mit Überzeugung lebe.
Was möchten Sie Ihrem Patenkind außerdem mit auf den Weg geben?
Ich möchte ihm eine gewisse Aufgeschlossenheit neuen Sachen gegenüber nahe bringen. Wenn ich merke, dass Zweifel in ihm aufkommen, möchte ich ihn ermutigen, dass er neue Sachen ausprobiert, dass er sich entdeckt, dass er es auch zulässt. Toleranz ist mir außerdem wichtig. Wenn jemand etwas anders macht, soll Max wissen, dass derjenige das auch anders machen darf. Man rutscht ja als Erwachsener doch immer schnell wieder in ein gewisses Schubladendenken rein und urteilt vorschnell – da muss ich mich manchmal auch am Riemen reißen. Solche Dinge möchte ich meinem Patenkind schon auch mitgeben.