Der gehorsame Hirte
Der Nomade Abraham bekommt einen Befehl von Gott: „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen“ (Gen 12,1–2). Abraham gehorcht, lässt Heimat, Freunde und Besitz zurück und wandert mit seiner Frau Sara aus. Er ist 75 Jahre alt, als er den Weg ins Gelobte Land antritt.
Von Gott auserwählt
Mehrmals erscheint Gott Abraham und macht große Versprechungen: Seine Nachkommen sollen so zahlreich sein wie die Staubkörner auf der Erde und die Sterne am Firmament. Als Abraham 99 Jahre alt ist, schließt Gott einen Bund mit ihm: Er soll Gott treu sein, ebenso seine Nachkommen. Als Zeichen des Bundes, als Beleg für den Glauben an den einen Gott, soll Abraham seine Nachkommen beschneiden lassen
Vater der Weltreligionen
Gott hat Abraham eine große Familie versprochen. Da aber Sara ihm keine Kinder gebären kann, gibt sie ihm Hagar, ihre ägyptische Magd. Diese schenkt ihm Ismael, den Stammvater der Muslime. Später bringt die inzwischen 90-jährige Sara Isaak zur Welt und macht Abraham zum Urvater der Juden. Bis heute gilt Abraham als Stammvater des Glaubens für die drei Religionen, in denen die Menschen an einen einzigen Gott glauben – Judentum, Christentum und Islam.
Ungeheuerlicher Treuetest
Für Abraham steht alles auf dem Spiel: Gott befiehlt ihm, Isaak zu opfern, das liebste Kind, auf das er und Sara ihr ganzes Leben gewartet haben. Als Sara von diesem Plan hört, verzweifelt sie und stirbt. Dennoch stellt sich Abraham der Prüfung. Beinahe ermordet er seinen Sohn und löscht damit seine Segensverheißung aus. Doch Gott lässt ihn in letzter Sekunde das Opfermesser senken. Abrahams radikales Gottvertrauen macht ihn zum Urvater des Glaubens.
Abrahams Grab
Wo Abraham begraben liegt, ist unbekannt. Auch König Herodes wusste es nicht, als er vor 2000 Jahren das Grabmal in Hebron errichten ließ. Heute steht es im Zentrum der Auseinandersetzungen im Westjordanland: Muslime und Juden streiten um den Urvater und ehren sein Grab getrennt voneinander.