Das Pessachfest ist für das Judentum von enormer Bedeutung. „Pessach“ bedeutet so viel wie „Überschreiten“ und erinnert an die Befreiung der Israeliten aus Ägypten. Es ist neben Schawout (Wochenfest) und dem Sukkot eines der drei Wallfahrtsfeste des Judentums. Gläubige Juden pilgern oft nach Jerusalem zum Tempelberg. In den sieben Tagen (außerhalb Israels sind es acht) darf ein Jude nichts Gesäuertes essen. Berühmt ist das ungesäuerte Brot, die Mazzen. Gesäuert ist ein Brot, wenn Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Dinkel verwendet wurde. Dabei ist es nicht nur verboten, Gesäuertes zu essen: Streng genommen darf in einem jüdischen Haushalt während des Pessachfests nicht einmal Gesäuertes vorhanden sein. Das Suchen, Verbrennen oder Verschenken des „Chamez“ gehört zu den Pessachtagen dazu und dient der äußerlichen wie innerlichen Vorbereitung.
Weil in der Bibel steht, dass Gott die Erstgeborenen Ägyptens tötete, die erstgeborenen Kinder Israels aber verschonte, fasten alle erstgeborenen Söhne und die Väter von Erstgeborenen, wenn diese noch unter 13 sind, am Tag vor Pessach. Damit wollen die Gläubigen ihre Dankbarkeit Gott gegenüber ausdrücken.
Das eigentliche Pessachfest beginnt mit einem Abendgottesdienst, danach trifft sich die ganze Familie zum gemeinsamen Essen. Man nennt diesen Abend Seder. Er dient dazu, des Auszugs aus Ägypten zu gedenken. Damals sollen sich die Juden ebenfalls auf Anordnung Gottes im Familienkreis versammelt, Mazzen und Bitterkraut gegessen haben. Es wird der Kiddusch gesprochen, der Segensspruch des Judentums. Der anschließende Teil des Abends dient in erster Linie dazu, die Geschichte vom Auszug zu lesen und zu hören, gemeinsam zu singen und zu beten. Die Ordnung dafür steht in einem speziellen Buch, in der Haggada. Den Abschluss des Pessachfests wiederum bildet ebenfalls ein spezieller Abend: Dabei denkt und betet die Familie für ihre Verstorbenen. Wer keinen Angehörigen verloren hat, verlässt während dieses Gebetes, dem Jiskor, die Synagoge oder den Betraum.
Simon Biallowons