19. September 2019 Januarius, Igor, Euthymia Üffing

Advent

24 Tage Vorfreude

Dichtes Schneegestöber, verzweifelte Parkplatzsuche, GedrĂ€ngel in völlig ĂŒberfĂŒllten KaufhĂ€usern – fĂŒr viele Menschen bedeutet die Vorweihnachtszeit in erster Linie Hektik, Stress und Konsum. Doch der Sinn des Advents liegt nicht in der Suche nach dem passenden Weihnachtsgeschenk. Wirklich wichtig ist: Eine Zeit, in der wir uns auf die Geburt Jesu Christi vorbereiten

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Eine gute Vorbereitung ist alles. Das weiß jeder SchĂŒler, jeder Sportler, jeder Schauspieler. NatĂŒrlich gilt dieser Spruch auch fĂŒr andere Lebensbereiche. Zum Beispiel auch fĂŒr den Glauben. Glauben will gelernt sein. Das heißt: Sich ganz fallen zu lassen und zu vertrauen, auch wenn eine Botschaft zunĂ€chst einmal unsere Vorstellungskraft ĂŒbersteigt. Auch wenn diese Herausforderung immer auf uns zukommt, kennen wir dafĂŒr eine ganz besondere Zeit: den Advent. Hier bereiten wir uns auf eine schier unglaubliche Botschaft vor: Es gibt einen Gott. Und dieser Gott wurde Mensch und lebte unter uns. Vielleicht mĂŒssen auch Sie sich zunĂ€chst einmal mit diesem großen Gedanken vertraut machen. Der Advent gibt uns dafĂŒr vier Wochen Zeit. Wir können uns dabei vorbereiten auf die Ankunft des Herrn. „Adventus“ ist lateinisch und bedeutet „Ankunft“. FrĂŒher wurde so nur das Kommen einer hochgestellten Persönlichkeit bezeichnet – heute ist es genauso: Schließlich kommt am Ende des Advents der Herr! An Weihnachten wird Jesus geboren! In der Ausrichtung auf dieses Fest bekommt der Advent seine ganze Bedeutung. Er ist unglaublich wichtig, damit wir frei und offen werden, um Weihnachten zu feiern. Nicht nur der Herr kommt, auch wir mĂŒssen zu uns kommen, ehe wir ihn wirklich empfangen können. Das kennen Sie wahrscheinlich auch: Wenn Sie mit sich selber nicht im Reinen sind, dann werden sie kein besonders guter Gastgeber sein.
Obwohl der Advent zunĂ€chst eine Fasten- und Bußzeit war, mĂŒssen wir uns in dieser Zeit nicht zurĂŒckziehen. Wir dĂŒrfen uns genauso ausgelassen freuen, freuen auf Weihnachten. Die Vorfreude gehört dazu – genauso wie das Einkaufen oder Weihnachtsfeiern. Aber: Wir sollten das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Denn ohne das Weihnachtswunder ist der Advent wenig wert. Der Advent hilft uns, dieses Wunder ruhig und offen feiern zu können.

Zeit der Buße

Ihren Ursprung hat die Adventszeit wohl im 5. Jahrhundert. Man vermutet, dass sie zunĂ€chst einfach eine Vorbereitungszeit auf die Taufe war. SpĂ€ter begannen Prediger wie Maximus von Turin (um 350 – ca. 423) in den Wochen vor Weihnachten zur Buße aufzurufen. Bischof Perpetuus von Tours (461 - 491) ordnete etwas spĂ€ter Folgendes an: Vom Fest des Heiligen Martin ab sollte drei wochenlang dreimal pro Woche gefastet werden. Papst Gregor der Große (um 540 - 604) legte ein Jahrhundert spĂ€ter die Zahl der vier Sonntage fest. Der Charakter der Buße war zu diesem Zeitpunkt schon weit verbreitet und hatte in die Liturgie Einzug gehalten. Seit Mitte des 8. Jahrhunderts setzte sich dann auch die Auffassung durch, der erste Sonntag im Advent sei der Beginn des Kirchenjahres.